Ablenkung durchs Smartphone
Viel zu oft lassen wir uns von unserem Handy von der Arbeit abhalten. Foto: iStock.com/BartekSzewczyk.

Ablenkung durchs Handy: Dieses Gadget hilft wirklich

Das Smartphone ist nicht nur nur Informationsquelle und Kommunikationskanal, sondern auch Ablenkung und Produktivitätskiller. Die auf dem Markt erhältlichen Gadgets und Apps sind zwar oft einfallsreich, aber meist manipulierbar. Wir haben jemanden kennen gelernt, der der Ablenkung durchs Handy ein Ende setzen will.

Zum Einfluss des Smartphones auf den Menschen gibt es zahlreiche Studien. So konnte gezeigt werden, dass die Abhängigkeit vom Smartphone Stress verursacht und die Leistungen von Schülern negativ beeinflusst (King & Dong, 2017). Auch die negativen Auswirkungen einer Smartphone-Sucht auf die Produktivität und Arbeitsqualität im Job ist bestens dokumentiert (Popoola & Atiri, 2021; Priyadarshini et al., 2017).

Leon Rückert möchte das ändern. Der 24-Jährige aus dem Rhein-Main-Gebiet hat ein Gadget entwickelt, welches das Smartphone dem physischen Einfluss seines Besitzers entzieht. Das Gerät wird hierfür in einer hölzernen Box verstaut, welche anschließend mit einem digitalen Vorhängeschloss gesichert wird.

Der Clou: Das Schloss öffnet sich erst wieder, nachdem die vor dem Verschließen definierte Zeitspanne abgelaufen ist. Wer sein Smartphone vorher benötigt, dem bleibt nur die Notfallfunktion (nur 3 Mal nutzbar) oder das Zertrümmern der Box. Wir hatten die Gelegenheit, mit Leon über seine Erfindung zu sprechen.

Vom ablenkungsfreien Lernen an der Uni in die Produktentwicklung

Leon, der Markt bietet zahlreiche Tools und Programme, die die Ablenkung durch das eigene Smartphone reduzieren sollen. Wie entstand die Idee, ein Gadget zu entwickeln, welches das Smartphone physisch dem Zugriff seines Nutzers entzieht?

Wie viele andere Studenten habe auch ich viel Zeit in der Universitätsbibliothek verbracht. Die Vorgaben der meisten Bibliotheken sehen vor, Taschen im Spint einzuschließen und nur die notwendigen Lernmaterialien mit in den Lesesaal zu nehmen. Dabei habe ich für mich gemerkt, dass es einen positiven Effekt auf meine Lernfolge hat, wenn ich mein Smartphone im Spint verschließe und während des Lernens keinen Zugriff darauf habe. Einige Recherchen bestätigten den Bedarf für mein Produkt.

So deuten beispielsweise Studien auf die mangelhafte Effektivität von Software-Lösungen hin, die nicht zur nachhaltigen Reduktion von Bildschirmzeiten beitragen. Auch wurde in Studien festgestellt, dass selbst von einem auf dem Tisch liegendem ausgeschalteten Smartphone die Konzentrationsfähigkeit negativ beeinflusst wird. Deshalb war die Studienlage für mich Motivation, eine „Hardware-Lösung“ zu entwickeln.

Kein Zugriff: Die Box mit dem Smartphone ist verschlossen

Wie lang dauerte es von der ersten Idee bis zur heutigen Box?
Die Idee entstand Anfang 2020. Hätte ich durch den Ausbruch der Pandemie nicht plötzlich viel Zeit gehabt, wäre es bei einer Idee geblieben.

Mit dem ersten Lockdown im März begann ich, Prototypen zu entwickeln. Nach mehreren Runden der Überarbeitung dauerte es bis März 2021, das finale Produkt anbieten zu können.

Du bietest auch Boxen an, in denen mehrere Geräte auf einmal einen Platz finden. Was hat es damit auf sich?
Die normale Box bietet Platz für zwei bis drei Geräte. Für Familien oder Freunde, die zusammen eine Auszeit vom Smartphone suchen, wird der Platz da schnell knapp. Deshalb bietet die „Family & Friends“-Version Platz für bis zu acht Geräte, die gemeinsame Smartphone-Auszeiten erlaubt.

Mittlerweile bieten wir auch Boxen für Firmenkunden und Schulen an. Diese bieten Platz für 12 oder 32 Geräte und ermöglichen dadurch produktive Meetings und ablenkungsfreien Unterreicht.

Menschen gestehen sich die Ablenkung durch ihr Smartphone meist ein

Wer sind diese Menschen, die sich deine Box kaufen?
Der Großteil unserer Kunden ist zwischen 20 und 35 Jahre alt. Darunter sind viele Studierende und  Young Professionals, die mit dem Smartphone aufgewachsen sind und mit der Box bewusste Auszeiten nehmen wollen. Daneben nutzen auch Paare und Familien die Box, um gemeinsame Smartphone-Auszeiten zu nehmen.

Welche Rückmeldungen bekommst du von diesen Leuten?
Die Nutzer der Focusera Box haben für sich erkannt, dass eine übermäßige Smartphone-Nutzung und damit verbundene Ablenkungen negative Auswirkungen auf sie haben können. Sie sind so ehrlich zu sich selbst, sich diese Anfälligkeit für Ablenkungen einzugestehen. Damit können sie ihr Produktivität erhöhen und bessere Arbeitsergebnisse erzielen.

Gab es schon Kunden, die eine neue Box brauchten, weil sie die Zeitspanne bis zum Öffnen nicht ausgehalten haben?
Derlei Fälle sind mir bisher nicht bekannt. Gleichwohl ist dies eine Sorge, die mit der Nutzung verbunden ist. Ein Notfallmechanismus im Schloss schafft hier Abhilfe. Diese kann allerdings nur drei Mal verwendet werden.

Ablenkung durchs Handy lässt sich auch im Kleinen minimieren

Was würdest du unseren Lesern allgemein empfehlen, um nicht zu viel Zeit mit dem Smartphone zu vergeuden?
Der erste und einfachste „Digital Wellbeing Hack“ ist, unnötige Benachrichtigungen auszuschalten. Alles was nicht unmittelbar eine schnelle Reaktion erfordert, sollte nicht als Push-Benachrichtigung erscheinen. Ein weiterer einfacher und überraschender Trick ist, das Smartphone-Display auf schwarz-weiß zu schalten. Sonst ansprechendes Scrollen durch Bilder-Feeds wird so weniger attraktiv. Ein etwas weitergehender Schritt ist, Social Media Apps zu löschen. Wenn man sie doch nutzen möchte, tut es auch die Browser-Variante.

Die Focusera-Box im Praxistest

Wir haben uns die von Leon entwickelte Focusera-Box einmal genauer angesehen und wollten wissen, ob diese hält, was sie verspricht. Hierfür wählten wir einen Tag aus, an welchem wir möglichst viele unserer Aufgaben schaffen wollten. Das Smartphone sollte hierbei nicht stören, Anrufe und Nachrichten bis zum Abend warten. Das Ziel: Von 10 bis 18 Uhr ohne Handy durcharbeiten.

Ablenkungsfreies Arbeiten ohne Smartphone
Ohne Smartphone lässt es sich deutlich produktiver arbeiten.

Wir verstauten das Gerät also in der Box, stellten den Timer auf 8 Stunden und nach einem (irgendwie schon dramatisch wirkenden) 5-Sekunden Countdown rastete das Schloss ein. Das war’s also. Das Smartphone war weg. Die einzigen Möglichkeiten, jetzt doch noch an das Gerät zu kommen: Box zertrümmern oder eine der drei Notentriegelungen nutzen.

Da beides nicht in Frage kam, ging es dementsprechend an die Arbeit. Und die lief überraschend entspannend. Dadurch, dass das Smartphone nicht einfach im Regal oder im Nachbarraum lag, sondern gar nicht nutzbar war, kam auch kein Verlangen auf, dass Handy zu checken. Es konnte dadurch deutlich produktiver und ablenkungsfreier gearbeitet werden als es sonst der Fall war.

Die Focusera-Box in der Standard-Edition

Der Fairness halber müssen wir anführen, dass unsere Tester sich zwar auch gelegentlich von ihrem Smartphone ablenken lassen, aber nicht süchtig sind. Welche Auswirkungen ein eingeschlossenes Handy auf jemanden mit einer echten Smartphone-Sucht hat, können wir daher nicht beurteilen.

Was wir jedoch feststellen konnten, ist, dass die Box ihre Zwecke erfüllt. Gerade der oft sinnlose Griff zum Smartphone, um zu sehen, ob es etwas Neues gibt, wird einfach und effektiv verhindert. Dadurch, dass diese Option während der Sperrzeit nicht zur Verfügung steht, entfällt so der Gedanke ans Handy und man bleibt bei den eigentlichen Aufgaben.

Studenten, Schülern oder Berufstätige, die sich selbst viel zu oft am Smartphone erwischen, dürfte die Box also ebenso eine praktische Hilfe sein, wie Gruppen, Familien oder Unternehmen, die Smartphone-freie Zeiten einführen wollen.

15% Nachlass und Gewinnspiel

Die Focusera-Box könnt Ihr über diesen Link mit einem Nachlass von aktuell 15% bestellen. Darüber hinaus verlosen wir zusammen mit Leon zwei Focusera-Boxen. Füll dafür einfach das nachfolgende Formular an und schreib uns, warum Du eine solche Box gut gebrauchen könntest und ob Du lieber die “Standard”- oder die “Family &Friends”-Edition gewinnen möchtest.

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Dieses Gewinnspiel ist leider bereits abgelaufen.

Das Gewinnspiel läuft bis zum 15. Dezember. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt, die E-Mailadressen aller Teilnehmer im Anschluss gelöscht.

Quellennachweis

  • Popoola, O. A., & Atiri, S. O. (2021). Smartphone addiction and employee productivity: The role of self-control. Journal of Professional Counselling and Psychotherapy Research3(2). Retrieved from https://journals.aphriapub.com/index.php/JPCPR/article/view/1213
  • Priyadarshini, C., Dubey, R. K., Kumar, Y., & Jha, R. R. (2020). Impact of Social Media Addiction on Employees’ Wellbeing and Work Productivity. The Qualitative Report25(1), 181-196.
  • King, R.C., & Dong, S. (2017). Ihe impact of smartphone on young adults.
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