Wer aus Fehlern lernen will, muss seine Einstellung zu Fehlschlägen überdenken. Foto: iStock.com/BartekSzewczyk.

5 Schritte, wie Du aus Fehlern lernen kannst

Es gibt zwei Arten von Menschen. Die, welche sich von Fehlern aus der Bahn werfen lassen und aufgeben und diejenigen, die aus solchen umso gestärkter hervor gehen. Hier lernst du, warum Fehlschläge im Leben völlig normal sind und wie du aus Fehlern lernen kannst.

Oft neigen wir beim Beobachten erfolgreicher Menschen dazu, diesen Glück oder ein gutes Händchen nachzusagen. Der Grund ist relativ einfach: In dem wir dies tun, stehlen wir uns selbst aus der Verantwortung. Schließlich hatten die Anderen einfach Glück und wir eben nicht.

Leider – oder zum Glück – ist das Leben nicht ganz so einfach. Sicher spielt auch das Zufallsmoment und ein wenig Glück im Alltag eine Rolle. Aber der Grund, warum manche Menschen glücklicher und zufriedener sind, ist oftmals ein gänzlich anderer. Erfolgreiche Menschen verfügen über ein unersättliches Maß an Motivation und Selbstdisziplin. Sie haben ihr Ziel stets vor Augen und halten daran fest, egal, was auch passiert.

Für erfolgreiche Menschen gehören Fehler somit fest zum Leben dazu. Sie sind für sie weder schlimm oder dramatisch, noch haben sie für solche Menschen irgendetwas mit Glück oder Unglück zu tun. Sie denken nicht einmal daran, scheitern zu können, sondern machen einfach ihr Ding.

Wachstum gibt es nur außerhalb der Komfortzone. Also dann, wenn Du Dinge tust, die Du sonst nicht tust und somit über Dich hinaus wächst. Dass es jedoch dort, wo Du zuvor noch nie warst, auch Risiken gibt, die zu Fehlern führen können, sollte logisch sein. Wie willst Du auch sicher etwas beherrschen, was Du um ersten Mal probierst? Fehler müssen deswegen auch nicht automatisch schlecht sein. Glaubst du nicht?

Die besten Fehler der Menschheitsgeschichte

Eines der besten Beispiele dafür, wie wichtig es ist, nicht direkt beim ersten Scheitern aufzugeben, ist die Erfindung der Glühbirne. Sage und schreibe 9.000 Versuche brauchte Thomas Alva Edison, bis seine Erfindung funktionierte. Als sein Mitarbeiter nach bereits 1.000 Versuchen mit den Worten “Wir sind gescheitert.” aufgeben wollte, entgegnete Edison einen seiner bekanntesten Sätze.

“Ich bin nicht gescheitert – ich habe 1.000 Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.”

Thomas Alva Edison

Ein ähnlich folgenreicher Fehler ereignete sich im Jahr 1492, als sich Christoph Kolumbus auf den Weg nach Asien machen wollte. Dummerweise fußte seine Planung dabei auf den Angaben des Geografen Poseidonios, welcher den Erdumfang noch ein Fünftel zu kurz berechnet hatte.

Die Erfindung der Glühbirne resultierte aus zahlreichen Fehlversuchen.
Folge zahlreicher Fehlversuche: Die Erfindung der Glühbirne.

Gepaart mit einem zweiten Fehler, durch den Kolumbus die Seemeilen falsch umrechnete, glaubte dieser, dass Asien näher läge, als es eigentlich der Fall war. Die Folge ist uns allen bekannt: Er erreichte schließlich nicht Asien, sondern den bis dahin von Europäern unentdeckten Kontinent Amerika.

Die Moral der beiden Geschichten: Fehler passieren nicht nur, sie sind manchmal sogar erforderlich. Und in den wenigsten Fällen wissen wir, wohin uns unsere vermeintlichen Fehlschläge langfristig bringen können. Es ist deswegen ungeheuer wichtig, einen souveränen Umgang mit Fehlern gedanklich zu verankern.

Hätte Edison sich von seinem Mitarbeiter demotivieren lassen oder Kolumbus aufgrund der nahenden Meuterei seiner Mannschaft umgekehrt; unsere Geschichte wäre gänzlich anders verlaufen.

Das Risiko von Fehlschlägen reduzieren

Bevor Du lernst, wie du am besten mit Fehlern umgehst, solltest Du dir ein paar Grundsätze merken, wie Du einen Großteil von Fehlern vermeiden kannst. Hört sich einfacher an, als getan? Ist es aber nicht.

Die richtige Planung

Einer der Hauptgründe, warum wir im Leben scheitern oder warum etwas schiefgeht, ist oftmals mangelnde Planung. Dabei geht es gar nicht darum, jedes noch so kleine Vorhaben fein säuberlich auf dem Reißbrett zu kalkulieren, sondern einfach darum, kurz die Basics zu checken und einen groben Fahrplan im Kopf zu haben.

Wenn Du eine tolle Idee hast, ist es alles andere als gut, mit deren Umsetzung all zu lange zu warten. Ideen sollten angegangen werden, so lange man noch so richtig für sie brennt. Dennoch solltest Du Dir kurz Gedanken über eventuelle Risiken machen und zunächst eine Nacht drüber schlafen.

Wenn die Idee am nächsten Morgen immer noch in Dir brennt, solltest Du eine effektive Zielplanung erstellen.

Die richtige Menge

Gerade hochmotivierte Menschen (“Macher”) haben meist tausende Ideen und Vorhaben im Kopf. Sie wissen oft gar nicht so recht wissen, wo sie anfangen sollen. Sie neigen deswegen auch schnell dazu, zu viele dieser Ideen auf einmal umsetzen zu wollen.

So schwer es Dir auch fallen mag: Versuche Dich auf eine Sache oder wenige Sachen zu konzentrieren und Deine Ziele konsequent der Reihe nach abzuarbeiten, sofern Du sie nicht delegieren kannst.

Es bringt Dir überhaupt nichts, wenn Du bspw. in vier verschiedene Vorhaben je 25 Prozent Deiner Energie steckst und deswegen kaum oder gar nicht voran kommst. Setze Prioritäten und versuche die Dir zur Verfügung stehende Energie zeitgleich immer auf möglichst wenige Ziele zu fokussieren. So bemerkst Du eventuelle Risiken viel eher, als wenn Du gerade von einer anderen Sache abgelenkt bist.

Der richtige Umgang

Ob Studium, Geschäftsidee oder sportlicher Ehrgeiz: Ganz egal, welches auch Dein Ziel sein mag, achte darauf, mit wem Du Deine Zeit verbringst. Es gibt kaum etwas Unnötigeres, als Menschen im persönlichen Umfeld, die einem ständig einreden wollen, dass man etwas nicht schaffen könne.

Umgebe Dich stattdessen mit positiv gestimmten und Dir gut gesonnenen Menschen. Menschen, die entweder ihre eigenen Ziele verfolgen oder sogar die gleichen Ziele haben, wie Du. Die Gefahr, mit solchen Menschen an der Seite zu scheitern, ist um ein Vielfaches geringer, als mit Leuten, die nur darauf warten, dass genau das passiert.

Optimistische Menschen, die Dein Streben nachvollziehen können, können Dich mit eigenen Erfahrungen unterstützen und auf Risiken hinweisen. Nutze deswegen die Erfahrungen dieser Leute, die an Deiner Seite stehen. Du kannst so einen großen Teil potentieller Fehler bereits im Keim zu ersticken.

Aus Fehlern lernen leicht gemacht

Sich Fehler eingestehen

Einen Fehler machen oder einen Fehlschlag erleiden gehört zum Leben dazu, das hast Du bereits erfahren. Problematisch wird es jedoch, wenn Du den Fehler gar nicht wahrhaben willst. Natürlich sollst Du nicht vorschnell aufgeben, aber manchmal muss eben auch genau dies sein.

Frage Dich, ob Du noch wirklich eine Chance hast oder ob diese Runde (nicht das ganze Spiel) halt einfach verloren ist. Sich Fehler nicht einzugehen, kann Dich sehr sehr viel Zeit kosten, wenn Du weiter an Deinem Plan festhältst, obwohl dieser eigentlich wirklich (!) gelaufen ist. Auch wenn es manchmal weh tut, sei ehrlich zu Dir selbst. Lerne zu erkennen, wann es Zeit ist, sich eine Niederlage einzugestehen.

Selbstkritisch zu sich selbst sein

Einen Fehlschlag zu erleiden, ist es eine Sache, diesen anzuerkennen eine andere. Die nächste Stufe ist jedoch, auch so selbstkritisch sein zu können, dass Du dir eingestehen kannst, wenn Du etwas verbockt hast.

Selbstkritisch aus Fehlern lernen
Wer Fehler vermeiden will, muss selbstkritisch sein.

Wir sind damit genau beim dem Thema, welches wir bereits ganz oben in der Einleitung angesprochen haben. Es ist leicht und bequem, den Grund eines Fehlschlags im Pech oder Schicksal zu suchen. Nur, das hilft Dir leider überhaupt nicht weiter. Mit diesem Denken wirst du nie wachsen, weil Du ständig davon ausgehst, dass Fehlschläge einzig und allein an der Umwelt und den Anderen liegen.

Analysiere die Situation so objektiv wie möglich. War es wirklich Pech, dass in der Klausur die falschen Fragen dran kamen? Oder ist es nicht viel mehr so, dass du nicht einfach mehr lernen hättest können?

Wenn Du die Gründe für Dein Scheitern erkannt hast, gibt es genau zwei Möglichkeiten. Entweder Du arbeitest an diesen Gründen, um beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein. Oder Du erkennst, dass Du auf dem Holzweg bist und eigentlich etwas anderes tun solltest.

Es gehört etwas dazu, sich solche Dinge eingestehen zu können. Dies gilt gerade dann, wenn man bisher im Leben immer die Anderen für alles verantwortlich gemacht hat. Aber du wirst sehen, dass du mit dieser Einstellung weitaus weiter kommen wirst.

Fehler akzeptieren und einplanen

In unserer Gesellschaft werden Fehler allzu oft stigmatisiert. In vielen Bereichen unseres Lebens, wo alles auf Leistung und Perfektion getrimmt ist, scheint es, als dürften Fehler einfach gar nicht passieren.

Diese Ansicht ist falsch. Menschen sind nicht perfekt, niemand von uns ist das. Fehler passieren und gehören zum Leben dazu. Statt sie als Dinge zu sehen, die einfach nicht passieren dürfen, solltest Du dir deswegen angewöhnen, Fehler als wichtigen Bestandteil und vor allem als Notwendigkeit anzusehen.

Rechne mit Fehlern, freu Dich – sofern sie nicht lebensbedrohlich dramatisch sind – über sie. Denn mit jedem Fehler, den du machst und analysierst, wirst Du besser und stärker. Indem Du Fehlern in Deinem Leben auf diese Weise einen positiven Anstrich verpasst, nimmst Du ihnen ihren negativen Einfluss auf Deine Laune.

Selbstbewusst agieren

Gehörst Du zu den Menschen, die – gefühlt – ständig Fehler machen? Vorsicht. Wenn Du diese Fragen bejahst, gibt es ein Problem, an welchem wir dringend arbeiten müssen. Gemeint ist nicht das Problem, dass Du dauernd Fehler machst, sondern Deine innere Einstellung.

Es gibt so etwas, wie eine selbst-erfüllende Prophezeiung, nach welcher Dinge, die man sich nur beharrlich genug einredet, auch eintreten, weil Du die ganze Zeit daran denkst und somit unbewusst darauf hin arbeitest. Wenn Du überproportional viele Fehler machst, könnte es also eventuell daran liegen, dass dies einfach nur dadurch passiert, weil Du ständig Angst hast, irgendwelche Fehler zu machen.

Ändere Deine Einstellung, in dem Du dein Selbstbewusstsein schärfst. Nutze das Prinzip der selbst-erfüllenden Prophezeiung zu Deinen Gunsten. Rede Dir stattdessen ein, wie gut Du eigentlich bist und dass Du dies und jenes mit links schaffst. Du wirst Dich wundern, wie stark die richtige Einstellung hier mit reinspielt und wie sehr die innere Einstellung die eigene Fehlerquote beeinflusst.

Durchatmen und weiter machen

Gewöhne Dir an, Dich nicht allzu lange mit Fehlern zu beschäftigen. Nachdem Du einen Fehler erkannt hast, nimm Dir kurz Zeit, die Gründe zu erörtern. Du kannst so oft vermeiden, denselben Fehler in Zukunft nochmal zu machen. Dabei solltest Du es dann aber auch belassen.

Das Schlimmste, was Du machen kannst, ist, Dich tagelang über den Fehlschlag aufzuregen oder Dir ggf. selbst Vorwürfe zu machen. Damit tust Du dir keinen Gefallen und das nagt nur an Deinem Selbstbewusstsein.

Nimm den Fehlschlag, als das was er zunächst einmal ist. Als notwendiges Übel des Lebens, an welchem Du wachsen kannst, wenn Du denn willst.