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Die Macht der Resilienz – Teil 1

Die Resilizenz stärken

Kopfsache

Die Macht der Resilienz – Teil 1

Warum sind einige von uns stärker im Kopf und andere schwächer? Wie kommt es, dass den einen das kleinste Problem in ein tiefes Loch reißt während der andere wie ein Stehaufmännchen selbst den größten Problemen des Lebens trotzt? Die Wissenschaft hat interessante Antworten hierauf.

Sicher kennst du beide Charaktere aus deinem Freundes- und Bekanntenkreis. Da ist die eine Person, bei der es nicht viel braucht, um sie in großen Stress oder gar in eine Depression zu stürzen. Und da ist die andere, bei der dasselbe Geschehnis rein gar nichts verursacht. Er oder sie macht unbeirrt weiter, als wenn nichts wäre. Hat der vermeintlich Stärkere nun einfach gelernt, besser zu schauspielern oder ist er mental wirklich anders programmiert?

In der Tat ist Letzteres der Fall. Die Psychologie hat schon seit langem ein interessantes Betätigungsfeld, welches in den letzten Jahren bedingt durch Burnout & Co. immer mehr Beachtung gefunden hat. Die Rede ist von der sogenannten Resilienzforschung.

 

Was meint Resilienz?

Rein physikalisch betrachtet beschreibt Resilienz die Toleranz, die ein System gegenüber Störungen hat. Auf den Mensch gemünzt bedeutet das also, wie hoch die Toleranz des Einzelnen gegenüber Krisen und Problemen ist.

depression-resilienz-psycheIst diese Schwelle relativ niedrig, wird derjenige oft schon durch Kleinigkeiten, die nicht in den Plan passen, aus der Bahn geworfen und gerät psychisch massiv unter Druck. Hat er dagegen eine eher hohe Toleranzschwelle, sieht er diese Dinge allenfalls als Herausforderung an, ohne sich davon aber aus der Ruhe bringen zu lassen.

In diesem Fall spricht man dann von einem resilienten Menschen.

Sicher hast auch du schon kleinere und größere Krisen erlebt. Einen Autounfall, das Ende einer Beziehung, die Konfrontation mit einer schweren Krankheit oder die plötzliche Kündigung im Job. Das Leben ist voll von solchen Herausforderungen, aber dennoch geht jeder anders damit um.

 

Was sagt die Wissenschaft?

Anhand von mehreren Studien wurde die Entwicklung von Kindern, die in teils erheblichen Krisen aufwachsen mussten, näher betrachtet. So untersuchte man Kinder, die beispielsweise in einem Krieg oder in Armut aufwuchsen, bei denen die Eltern psychisch krank waren, Alkoholprobleme hatten oder in Scheidung lebten. Oft waren diese Kinder auch gleich mit mehreren solcher Krisen auf einmal konfrontiert, was ihre mentale Verletzlichkeit deutlich steigerte.

Was aus den Kindern wurde, kannst du dir sicher ausmalen. Die meisten der Kinder (zwei Drittel um genau zu sein) scheiterten im Leben zunächst kläglich. Sie gerieten auf die schiefe Bahn, bekamen selbst Alkohol- oder Drogenprobleme, litten unter psychischen Krankheiten wie Depressionen und zeigten teilweise massive Verhaltensstörungen. Sie kamen mit dem Gesetz in Konflikt und ihre Sterblichkeitsrate lag über dem Durchschnitt.

kind-resilient-psyche-stabilDas andere Drittel der Kinder jedoch, welches wohl gemerkt dieselben Krisen durchlebt hatte, schien Mittel und Wege für sich selbst gefunden zu haben, sich mit der Situation zu arrangieren und daran zu wachsen. Dieses Drittel hatte später einen festen Job, war nicht auf staatliche Hilfe angewiesen und zeigte sich auch sonst bei bester Gesundheit.

Auf der Suche nach dem Grund für dieses Rätsel fand man heraus, dass sich die Verhaltensweisen dieser Kinder teilweise deutlich von denen mit Schwierigkeiten unterschieden.

So wurden die resilienten, also mental starken Kinder von ihrem sozialen Umfeld meist als sehr sozial, liebevoll, freundlich und aktiv empfunden, während die anderen Kinder sich eher mit ihren Gedanken abkapselten und für sich blieben. Sie hatten meist eine enge Bindung zu einer Bezugsperson wie einem Elternteil oder Betreuer und lernten so schneller die Kommunikation mit anderen, was wiederum ihr Selbstwertgefühl und ihr Erwarten ins Leben steigerte. Sie glaubten an sich selbst und waren davon überzeugt, ihr Leben selbst meistern zu können, was ihnen ermöglichte optimistisch ins Berufs- und Schulleben zu starten.

Aber auch die nicht so resilienten unter ihnen hatten sich meist bis zum 40. Lebensjahr gefestigt. Durch einen stabileren Partner, schulische Ausbildung oder einen erfüllenden Beruf gelang es den meisten von ihnen, toleranter gegenüber den Krisen des Lebens zu werden.

Man folgerte hieraus, dass schlechte oder gar dramatische Ereignisse in der Vergangenheit einen Menschen zwar in der Entwicklung massiv beeinflussen können, aber eben nicht automatisch fürs ganze Leben zeichnen, wie oft zuvor angenommen. Ganz im Gegenteil, es zeigte sich somit, dass Resilienz etwas ist, was sich erlernen lässt.

Wenn du momentan also noch nicht so tolerant gegenüber Problemen und Krisen bist, mach dir klar, dass das nicht immer so bleiben muss. Mit jeder Krise wirst du automatisch stärker und somit toleranter für die stürmischen Wellen, die uns das Leben manchmal bietet.

Im zweiten Teil erfährst du, was resiliente Menschen ausmacht und wie du selbst deine Widerstandskraft gegen Krisen und Probleme stärken kannst.

» Teil 2 – Die Macht der Resilienz

 

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“Wann immer du feststellst, dass du auf der Seite der Mehrheit bist, wird es Zeit innezuhalten und nachzudenken.”

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