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Das eigene Hamsterrad verlassen

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Kopfsache

Das eigene Hamsterrad verlassen

Gefangen in unserem Alltagstrott haben wir oft lange aufgehört, uns die Frage zu stellen, ob unser Leben so verläuft wie wir uns das eigentlich vorgestellt haben. Wie der Hamster in seinem Rad, rennen wir, bis wir irgendwann tot herausfallen. Zeit, einen Blick aus der Box zu wagen.

Ein Spaziergänger trifft in einem Wald auf einen Arbeiter, der mühsam versucht, mit seiner stumpfen Säge einen Baum zu fällen. Er tritt an ihn heran und fragt “Aber guter Mann, Ihre Säge ist ja ganz stumpf. Warum schärfen Sie sie denn nicht?” Darauf antwortet der Arbeiter: “Dafür habe ich keine Zeit, ich muss doch sägen…!”

So wie in dieser kurzen Geschichte erzählt, läuft bei vielen von uns das Leben ab. Wir haben irgendwann einmal einen bestimmten Lebensweg eingeschlagen und leben heute vor uns hin, ohne einmal kurz inne zu halten und uns zu fragen, ob dieser Weg eigentlich der Richtige ist.

Als ich noch Angestellter war, hörte ich früher von Kollegen gerne 2 Sätze: “Bald ist ja wieder Wochenende!” und “Noch X Jahre bis zur Rente.” Insbesondere den ersten Satz konnte ich damals selbst bestens nachvollziehen weil mich mein Job so überhaupt nicht ausfüllte.

Die Frage ist jedoch, wie man mit diesen Gefühlen umgeht. Wenn du dich ständig dabei erwischst, dass du schon montags das Wochenende erwartest oder stets die Tage bis zum nächsten Urlaub herunter zählst, sind das ziemlich sichere Anzeichen dafür, dass dir dein Job keinen Spaß macht.

 

Dein Beruf sollte Berufung sein

Für die meisten Menschen ist der Job einfach nur eines: Mittel zum Zweck. Um heute überleben zu können, braucht es Geld, also gehen wir zur Arbeit um genau das zu verdienen. Würde die Welt ab morgen ohne Geld funktionieren, würde ein Großteil der Menschheit nicht mehr das Sofa verlassen.

Den tristen Alltag und das Hamsterrad verlassenDoch genau das kann eigentlich nicht Sinn der Sache sein. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, haben wir nur eine begrenzte Lebenszeit und (nach aktuellem Stand) nur ein Leben. Wenn du männlich und gerade so um die 30 Jahre alt bist, bleiben dir also noch ca. 50 Jahre, als Frau allenfalls 55.

Falls du früher als Kind Computer- oder Konsolenspiele gespielt hast, weißt du sicher noch ganz genau, wie du dich gefühlt hast, wenn dein Mario, Luigi o.ä. das letzte “Leben” angebrochen hatte. Dir war klar: Wenn du jetzt einen Fehler machst, ist alles aus. Umso erschreckender ist es, dass wir unser echtes (letztes) Leben einfach so verschwenden.

Wenn du – nach jetziger Lage – bis zum 67. Lebensjahr arbeiten musst, verbleiben dir nach deinem Arbeitsleben nur 13-18 Jahre, die du – dann als alter Mann oder alte Frau – dein Leben genießen kannst.

Bis dahin musst du arbeiten. Und hier solltest du dir einmal die Frage stellen, ob du vor hast, 30-40 Jahre deines Lebens darauf zu verschwenden, einen Job auszuüben, der dich Tag für Tag ankotzt oder ob du nicht das Recht hast, das beste aus deinem Leben heraus zu holen.

Beruf sollte von Berufung kommen. Schau also, dass du einem Job nachgehst, der dich ausfüllt und zu dem du gerne gehst. Einem Job, den du auch dann noch machen würdest, wenn du kein Geld mehr im Leben bräuchtest.

 

Den Blick aus der Box wagen

Mein wichtigstes Lebensmotto lautet “Niemals den Status Quo akzeptieren”. Der Status Quo meint den aktuellen Zustand unseres Lebens, also das was gerade aktuell unser Leben und Alltag ausmacht.

raus-aus-der-box-horizontDa wir gerne mal gemütlich sind, akzeptieren wir diesen Ist-Zustand liebend gern, sofern es nicht gerade dringenden Handlungsbedarf gibt. Soll heißen: So lange uns nicht die Decke auf den Kopf fällt, hinterfragen wir nicht sondern nehmen einfach alles hin. Dabei muss dieser Status Quo gar nicht mal das gelbe vom Ei – also unser Traum und unser Wunsch – sein, sondern es reicht uns schonm, wenn wir damit einigermaßen über die Runden kommen.

Irgendwann auf dem Sterbebettchen reden wir uns dann entweder ein, dass wir keine Chancen im Leben hatten oder stellen mit Erschrecken fest, dass wir unser Leben nicht genutzt haben.

Trau dich und riskiere einen Blick über den Tellerrand. Der Amerikaner sagt dazu “Getting out of the box”, also aus der eigenen Komfort-Zone heraus kommen.

Ist das, was heute dein Status Quo (dein Privatleben, dein Beruf, deine Gesundheit, etc.) ausmacht, das was dich ausfüllt und bedingungslos glücklich macht? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch, du hast es entweder gepackt oder keine Ansprüche (mehr) ans Leben. Wenn nicht, dann solltest du womöglich mal etwas ändern.

 

Wie du etwas ändern kannst

Zunächst einmal musst du dir klarmachen, dass Menschen Fehler machen und falsche Entscheidungen treffen. Sowohl du, als auch ich. Akzeptiere, dass du in der Vergangenheit vielleicht falsche Entscheidungen getroffen hast und allein deswegen heute da stehst, wo du stehst.

“Einen Fehler zu machen ist nicht schlimm, ihn aber nicht zu korrigieren, sehr wohl.” (Konfuzius)

Nur wenn du bereit bist, dich selbstkritisch zu betrachten, kannst du etwas ändern. Stelle dir in einer ruhigen Minute, wenn du allein bist, die Frage, was du gerne machen würdest, wenn dein finanzielles Auskommen gesichert wäre.

Welchem Job würdest du nachgehen, welcher Beruf würde dich glücklich machen? Genießt du Kontakte zu anderen Menschen oder möchtest du lieber allein mit deinen eigenen Händen etwas erschaffen?

horizont-erweitern-hamsterradÜberlege dir, ob der Job den du mal ergriffen hast, heute noch zu deinem Charakter passt. Was du als junger Azubi mal toll fandest, muss dich heute nicht automatisch auch noch begeistern. Ich war z.B. nach der Schule Feuer und Flamme für die Elektronik und Computer, heute würde mich das nicht mehr ausfüllen.

Wenn du feststellst, dass es dich in eine ganz andere Ecke zieht, dann schau, ob du zunächst nebenher in dieser Branche etwas Fuß fassen kannst. Nimm einen Nebenjob an, mach ein berufsbegleitendes Studium und bilde dich allgemein weiter. Die Möglichkeiten in unserem reichen Land sind endlos, wenn du sie einmal begreifst.

Stell dir dieselbe Frage im Bezug auf dein Privatleben. Passt dein soziales Umfeld heute noch zu dir? Ist deine Beziehung noch so, wie du sie gerne haben möchtest? Gibt es Dinge, die dich als Hobby begeistern könnten?  Und nein, du hast nicht zu wenig Zeit. Wir haben nämlich alle genauso viel davon.

(Siehe auch: “Wie du dein Leben garantiert an die Wand fährst“)

 

Stets selbstkritisch bleiben

Gewöhne dir an, dich und dein Leben allgemein und alle paar Tage mal wieder mit einem kritischen Auge zu betrachten. Gib dich nicht in deiner Wohlfühlzone zufrieden. Irgendwann einmal könnte eine Änderung in dein Leben treten, die dein Kartenhaus von heute auf morgen in sich zusammen fallen lassen könnte. Entweder bist du dann vorbereitet oder nicht, ganz einfach.

Wenn du erkennst, das über längere Zeiträume Dinge in deinem Leben nicht so laufen, wie sie dich langfristig glücklich machen sollten, dann ändere etwas. Halte nach Alternativen Ausschau und wechsle wenn nötig das Gleis, statt den Ist-Zustand noch 30 Jahre zu akzeptieren und dann am Ende zu jammern.

Du hast nur ein einziges Leben, ein einziges. Nicht mehr und nicht weniger. Du hast das Recht, deine Lebenszeit so auszufüllen, dass du glücklich bist, also nutze sie und übernehme die Verantwortung für dein Leben. Mach den Rest deines Lebens zur besten Zeit deines Lebens.

 

Quintessenz

So lange uns nicht die Decke auf den Kopf fällt, akzeptieren wir unser Leben gerne so wie es ist. Es muss uns zwar nicht glücklich machen, Hauptsache die Rechnungen sind bezahlt und wir kommen irgendwie zurecht.

Ein Leben in dieser “Komfortzone” füllt selten aus, sondern gleicht einem dahin vegetieren auf Etappen. Auf das nächste Wochenende, den nächsten Urlaub, die Rente. Dabei sollten wir das einzige Leben was wir haben so nutzen, dass wir glücklich sind.

Gewöhne dir an, dein Leben regelmäßig zu hinterfragen. Gestehe dir auch mal Fehlentscheidungen in der Vergangenheit ein und ändere etwas, wenn du langfristig keine Besserung erkennen kannst. Gib die Schuld an deinem Alltag nicht anderen, sondern übernehme die Verantwortung und mach das beste aus deinem Leben. Du hast ein Recht darauf.

 

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ganz okaynajatollsupergenial
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Bücher zum Thema:
– Die neue Energie: Raus aus dem Hamsterrad (Stief)
– Auszeit: Raus aus dem Hamsterrad (Zeuner)

 

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“Wann immer du feststellst, dass du auf der Seite der Mehrheit bist, wird es Zeit innezuhalten und nachzudenken.”

 Mark Twain
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