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Handy- und Social Media-Sucht: Wie gefährdet bist Du?

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Handy- und Social Media-Sucht: Wie gefährdet bist Du?

Stolze 88 Mal schauen wir durchschnittlich am Tag auf unser Smartphone. Wir checken Nachrichten, scrollen durch Facebook, warten darauf, dass etwas passiert. Doch warum eigentlich? Und wovor haben wir überhaupt so Angst?

Die empirisch erfassten Zahlen der Forscher sind ein Paukenschlag. Bis zu 88x entsperren wir am Tag unser Handy, aktiv nutzen wir unser Smartphone täglich zwischen 145 und 225 Minuten. In dieser Zeit kommen wir auf satte 2.600 bis 5.400 “Touches”, also Tastaturanschläge, Unlocks, Likes, etc.Als handysüchtig gilt, wer am Tag mehr als 60x auf sein Smartphone schaut.

Klar, eine Textnachricht allein hat schnell mal 100 Zeichen, so dass sich die Marke von 5.000 Touches ganz schnell knacken lässt. Wirft man jedoch einen Blick auf die Dauer der Benutzung, so darf man die Sinnhaftigkeit unserer New Media Lethargie schon mal kritisch hinterfragen.

Lassen wir uns doch nochmal die erhobenen Daten auf der Zunge zergehen. Zwischen 2,5 und 4 Stunden benutzen wir durchschnittlich am Tag unser Smartphone. Der eine mehr, der andere weniger. Bei 7 Stunden Schlaf entspricht das gut 15-23% der Zeit, die wir wach sind.

 

Smartphone-Nutzung meist ohne Mehrwert

Lässt man die Beantwortung wirklich wichtiger Telefonate und Nachrichten mal außen vor, sind unsere Tätigkeiten am Smartphone meist ohne Mehrwert. Im Minutentakt öffnen viele von uns Facebook, Instagram und Co.. Es werden belanglose Whatsapp-Nachrichten geschrieben, Bilder kommentiert und jede alltägliche Tätigkeit mit dem Freundeskreis geteilt.

Eltern posten Bilder der kleinen Tochter auf dem Zahnarzt-Stuhl, der Hobbysportler muss zeigen, dass er – wie jeden anderen Tag auch – gerade Sport macht, Fotos werden mit Bildfiltern und Hashtags versehen, es wird geliked, geteilt und getippt, was das Zeug hält.

 

Gefahr der Stigmatisierung

Aber wer sind eigentlich diese Leute, die es täglich auf 5.000 Smartphone-Berührungen bringen? Wer sind die Menschen, die jeden ihrer Schritte mit der Welt teilen und nach der Studie als handysüchtig gelten?

Oft sind es Menschen, denen es in der Vergangenheit an Anerkennung fehlte oder die Angst haben, in der Anonymität unserer Gesellschaft unter zu gehen. Jedes Bild, jedes Posting, welches dem virtuellen Freundeskreis sichtbar gemacht wird, ist ein Hilfeschrei a la “Bitte beachte mich!”, “Schau, mein Leben ist auch spannend!”.

Fragt man diese Leute, ob sie mit ihrem Foto vor 20 Jahren in Papierform auch in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis hausieren gegangen werden, erntet man dagegen erschrockene Blicke und beschämtes Kopfschütteln.

Keine Frage, jeder freut sich, wenn er über wichtige Ereignisse oder Erlebnisse des engsten Freundes- und Familienkreises informiert ist und gar in Bildform daran teilhaben kann. Aber – den “Ich-like-alles”-Benutzer mal außen vor gelassen – interessiert es wirklich irgendjemand, dass deine Tochter beim Zahnarzt ist? Zeugt es von einem selbstbewussten Leben, wenn der sonntäglich Restaurantbesuch erst dann gelungen ist, wenn möglich viele von ihm wissen?

Wohl kaum. Im Gegenteil: Wie die Teile eines großen Puzzles ergänzt jedes einzelne Posting das Gesamtbild, welches die Menschen, die unsere Aktivitäten zu sehen bekommen, von uns haben. Trainiert jemand diszipliniert für sich selbst oder eigentlich nur, um anderen mitteilen zu können, dass er gerade etwas tut? Braucht derjenige Bestätigung oder lebt er einfach sein Leben und macht sein Ding?

Vielen ist so gar nicht bewusst, wie sie mit ihren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken oft das Gegenteil ihres Wunsches nach Anerkennung erreichen. Ohne es zu merken, verstärken sie mit jedem ihrer Postings das Bild der Social Media Bitch: Tausche Privatleben gegen Beachtung.

 

Sucht nach Information

Die ständige Angst, etwas verpassen zu können, ist relativ neu. Sie war vor 15 Jahren in der heutigen Form faktisch nicht vorhanden. Wichtige Nachrichten standen am nächsten Tag in der Zeitung, kamen in Radio und TV und wenn Freunde etwas zu erzählen hatten, traf man sich und redete drüber.

HandysuchtAus dieser einstigen Gelassenheit, mit welcher wir sehr gut leben (und überleben) konnten, ist das Gefühl geworden, stets erreichbar zu sein und das Handy checken zu müssen, um up-to-date zu bleiben.

Aber müssen wir das überhaupt? Müssen wir wirklich alle paar Minuten unser Smartphone in die Hand zu nehmen, nur um die neuesten 34 Gruppennachrichten (bestehend aus Spaßbildern und -videos), Instagram-Bilder und Facebook-Likes zu sehen? Müssen wir alle paar Minuten Spiegel Online und unsere E-Mails checken, um bloß keine Information zu verpassen?

Mit Sicherheit nicht. Die Welt wird sich weiter drehen und deiner Produktivität wäre ein großer Gefallen getan, wenn du das Handy einfach öfter mal in der Tasche lässt.

Mach’s wie ich: Smartphone auf lautlos (nicht vibrieren) und alle 1-2 Stunden mal drauf schauen. Die wichtigsten Leute in eine VIP-Liste, so dass sie jederzeit anrufen können, alle anderen stumm. Alles, was über whatsapp, facebook, etc. geht, kann so weltbewegend nicht sein, als dass es nicht warten könnte.

Du wirst staunen, was du in der so gesparten Zeit alles erledigt bekommst.

 

Handysucht als Zeitfresser

Als sogenannte Oppurtunitätskosten bezeichnet man Einkünfte, die dir dadurch entgehen, dass du vorhandene Chancen & Gelegenheiten (engl. “opportunities”) nicht genutzt hast.

Denn egal, ob du nun Schüler/Student, angestellt oder selbständig bist: Mach dir ruhig mal für einen kurzen Augenblick bewusst, was du alles in der Zeit sinnvolleres tun könntest, in der du bisher regungslos auf dein Handy gestarrt hast.

Auch wenn es nur 2 Stunden (statt der in der Studie erfassten 2,5 – 4 Stunden) am Tag sind, die du mit deinem Handy beschäftigt bist: Bei einem Stundenlohn von nur 15,- EUR sind das jedes Jahr ein paar tausend Euro, die dir flöten gehen. Würdest du nur die Hälfte der Zeit in Sport oder ein Studium investieren, könntest du in 3 Jahren sonstwo sein.

Denk mal drüber nach.

 

Quintessenz

Das Smartphone und die sozialen Medien haben unser Leben stark verändert. Im Minutentakt checken wir unsere Smartphones und Tablets auf neue Informationen und Nachrichten, laden Bilder und Updates aus unserem Leben hoch, schauen Katzenvideos.

Die meisten dieser Tätigkeiten haben dabei keinen Mehrwert, wir denken nicht einmal darüber nach. So verplempern wir wertvolle Zeit, die wir vielleicht sogar sinnvoller hätten nutzen können.

 

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Buch zum Thema:
Digitaler Burnout: Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist

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“Wann immer du feststellst, dass du auf der Seite der Mehrheit bist, wird es Zeit innezuhalten und nachzudenken.”

 Mark Twain
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