Den inneren Schweinehund besiegen

Innerer Schweinehund: Überwinden leicht gemacht

Eigentlich wolltest du eine Runde laufen gehen und die Bude sauber machen. Doch dein innerer Schweinehund hält dich davon ab. Wir zeigen, wie du ihn überwinden kannst!

Für heute hattest du dir viel vorgenommen. Du wolltest etwas Sport machen, deine vier Wände auf Hochglanz bringen und die Einkommenssteuer angehen. Doch jetzt wo es darum geht, los zu legen, fallen dir tausend Dinge ein, die dich wie von Zauberhand davon abhalten zu starten.

So ist das Wetter heute nicht das Beste und außerdem geht’s dir ja auch gerade nicht so gut. Also lieber auf Morgen verschieben. Oder auf übermorgen oder in 2 Jahren.

Für uns selbst klingen diese vermeintlichen Gründe durchaus plausibel. Kein Wunder, geben sie uns doch einen willkommenen Grund, unserer ungeliebten Aufgabe nicht sofort nachkommen zu müssen.

“Am glaubwürdigsten klingen unsere Ausreden dann, wenn wir sie uns vorher eingeredet haben.”

Ernst Ferstl

Rein wissenschaftlich betrachtet handelt es sich aber um nichts weiter als um Willensschwäche. Es fehlt uns also schlichtweg die Selbstdisziplin, auch die Aufgaben, auf die wir nicht so große Lust haben, dann zu erledigen wenn sie erledigt werden sollten.

Faulheit statt Produktivität: Den inneren Schweinehund verstehen und überwinden

Sicher, manche Dinge machen in der Tat kaum jemanden Spaß und bringen dir auch keinen spürbaren Vorteil, wie z.B. die genannte Steuererklärung. Bei Vorhaben wie z.B. dem Lernen, Lesen oder dem Anfangen einer Diät sieht das aber anders aus. Hier hättest du einen echten und für alle Leute sichtbaren Vorteil und machst es dennoch nicht.

Doch wie lässt sich dein innerer Schweinehund, den du bisher so brav gefüttert hast, effektiv aushungern? Die nachfolgenden Tipps kannst du sofort umsetzen.

Den inneren Schweinehund überwinden

Sei ehrlich zu dir selbst!

Zunächst einmal solltest du dir angewöhnen, dir ehrlich einzugestehen, wenn du dir selbst irgendwelche Ausreden auftischst. Das gilt natürlich auch dann, wenn dich andere Menschen darauf hinweisen. Jeder kennt solche Kämpfe mit dem inneren Ich und du wirst dadurch nicht zu einem schlechten Mensch. Im Gegenteil: Du schärfst deine Sinne und lernst, selbstkritisch zu sein.

Es ist wichtig, dass du aufhörst, dir selbst Ausreden so lange schön zu reden, bist du sie dir glaubst. Sei ehrlich zu dir: Warum sitzt du gerade nicht an deiner Aufgabe oder bist nicht beim Sport? Hast du wirklich einen echten Grund oder einfach nur keinen Bock?

Arbeite strukturiert und organisiert

Nur im Hinterkopf zu haben, was man heute oder morgen alles erledigen möchte, reicht selten aus, um alle Aufgaben zuverlässig zu erledigen. Schließlich handelt es sich nur um vage Vorhaben, die realisiert werden wollen. Ohne zeitliche Vorgabe und ohne jegliche Verbindlichkeit. Was du brauchst, sind aber echte Ziele, wie z.B. mit der SMART-Methode erarbeitet

Gewöhne dir an, jeweils am Vorabend in Form einer ToDo-Liste schriftlich festzuhalten, was du am nächsten Tag erledigen möchtest. Am Besten inklusive Uhrzeit und Dauer, so dass du dir diesen Zeitraum fest dafür reservierst.

Durch diese Vorgehensweise schließt du zum Einen eine Art Vertrag mit dir selbst und zum Anderen weißt du am nächsten Tag ganz genau, was alles zu tun ist. Also gar keine Zeit zum faulenzen.

Gib’ ihm einen Namen!

Sei kreativ. Ein innerer Schweinehund braucht einen Namen – zum Beispiel Karl-Gustav. Stelle ihn dir in Zukunft einfach als einen alten, lahmen Hund vor, dir neben dir her trottet und dich von deinen Zielen abhalten möchte.

Mit dieser Vorstellung in deinem Kopf wirst du dich in Zukunft vielleicht drei Mal fragen, ob du dich ernsthaft von ihm von irgendetwas abhalten und ebenso vor dich her trotten möchtest. Du kannst das Prinzip natürlich auch umkehren und aus deinem inneren Schweinehund einen aufgedrehten Terrier machen, der dich tagtäglich um die Ecken scheuchen will. Je nachdem eben, welche Variante dir besser hilft.

Denke das Richtige

Sicher, du kannst lange darüber nachdenken und sinnieren, warum du heute wieder nicht dazu kommst oder wenig Lust auf dies und jenes hast. Und glaub uns, du wirst auch genug Gründe finden. Aber leider ist das genau die falsche Richtung, denn so bestätigst du dich nur selbst.

Versuche also stattdessen in Zukunft, genau anders herum vorzugehen und dir Gedanken darüber zu machen, warum du es eben doch machen solltest. Vielleicht wegen einer potentiellen Gehaltserhöhung, einer besseren Figur oder einfach um dir zu beweisen, dass du es noch drauf hast.

Suche dir einen Partner!

Wenn du regelmäßig Sport machst oder beispielsweise einen Kurs besuchst, kennst du das wahrscheinlich schon von dir selbst: Mit einem Trainingspartner an der Seite raffst du dich auch dann auf, wenn du mal nicht so viel Lust hast. Sei es, weil dein Partner dir Beine macht oder weil du dir ihm gegenüber nicht die Schmach geben möchtest, absagen zu müssen.

Überlege dir also, ob dir bei deinen Zielen jemand helfen könnte. Gibt es jemanden, der mit dir lernen oder trainieren kann? Kann dich dein Freund oder deine Freundin unterstützen? In einem anderen Artikel haben wir bereits geschrieben, wie wichtig der richtige Umgang für die eigene innere Einstellung ist. Versuche also, einen Kreis an Menschen um dich zu scharen, die dich motivieren und bei deinen Zielen unterstützen.

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Zusammenfassung

Unser umgangssprachlicher innerer Schweinehund beschreibt, wenn Du dich selbst nicht so recht für Dinge motivieren kannst, die du dir eigentlich fest vorgenommen hast. Um hier wirksam anzusetzen, gilt es, dir zunächst einmal einzugestehen, dass du dich gerade durch Ausreden „aus der Affäre ziehen“ willst. Hast du diesen ersten Schritt einmal gemacht und aufgehört, das Problem woanders als bei dir selbst zu suchen, kannst du ans Eingemachte gehen.

Setze dir dafür klar definierte Ziele, die du jederzeit kontrollieren kannst. Teile diese Ziele anderen mit, um den Druck auf dich zu erhöhen und suche dir Leute, die deinen Weg mit dir gemeinsam gehen. Unterstütze dich, indem du dir ständig vor Augen hältst, warum du dieses oder jenes Ziel erreichen willst und nimm‘ deinen „inneren Schweinehund“ gar nicht erst ernst.