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Was die Körpersprache uns verrät

Unsere menschliche Kommunikation ist weit mehr als nur das gesprochene Wort. Mimik und Gestik runden das Gesagte nicht nur ab, sondern werden unterbewusst stärker gewichtet, als es uns manchmal klar ist. Heute lernst du, wie du die Körpersprache lesen kannst.

Sicher ist es dir auch schon einmal passiert, dass du ein Gespräch mit einem komischen Gefühl in der Magengegend verlassen hast, obwohl am Gesagten nichts auszusetzen war. Grund hierfür könnte sein, dass dein Gegenüber durch seine Körperhaltung oder sein Verhalten Signale ausgesendet hat, die im Widerspruch zu seiner Aussage stehen.

Die menschliche Kommunikation

Wenn wir an menschliche Kommunikation denken, kommt uns zunächst meist unsere Sprache in den Sinn. Doch zu dem, was wir von uns geben und auch von anderen Menschen aufnehmen, gehört einiges mehr. Neben der reinen gesprochenen Information, die unsere Worte übertragen, geben wir unserem Gesprächspartner durch Betonung,  Geschwindigkeit, Lautstärke, Klarheit und auch Tonhöhe weitere Details über uns preis, die dieser (oft völlig unterbewusst) aufnimmt.

Dazu kommt unsere Mimik, also unser Gesichtsausdruck, den wir während dem Gesagten aufsetzen, sowie eventuelle Gestiken, wie z.B. der drohende Finger oder die offen gezeigten Handflächen. Interessant ist hierbei, dass der Wert des gesprochenen Wortes von uns meist ziemlich überbewertet wird.

Wissenschaftler sind sich schon lange einig, dass die reine Information – das Wort selbst – in der menschlichen Kommunikation nur wenig, max. 10%, ausmacht. Einen viel größeren der Information nimmt der Empfänger hingegen über Tonfall und Stimme (ca. 35%) sowie Mimik und Gestik (ca. 55%) wahr.

Sicher kennst du das, wenn jemand dir sagt, es sei alles okay, du aber am Verhalten merkst, dass das nicht stimmt. Die meisten dieser nonverbalen Signale verarbeiten wir völlig unbewusst, genau wie wir sie auch meist völlig unbewusst versenden. Die Kür, perfekt auf all’ diesen Ebenen zu kommunizieren beherrschen nur die Wenigsten und erfordert jahrelanges Training.

Nichtsdestotrotz möchten wir einen kleinen Exkurs wagen und dir einen kurzen Überblick verschaffen.

Körpersprache lesen lernen

Bevor du mit einem Menschen auch nur ein Wort gesprochen hast, hat dein Gehirn ihn schon einmal grob durchleuchtet. Man spricht hier von der sogenannten “3-Sekunden-Regel”.

Begegnet dir ein neuer Mensch, prasseln allerlei Eindrücke auf dich ein. Dein Unterbewusstsein analysiert in Sekundenbruchteilen seine Körperhaltung, seinen Gesichtsausdruck und seine Ausstrahlung. Auf dieser Basis entscheidet sich, ob dir derjenige grundsätzlich sympathisch ist oder nicht.

Strahlt die Person durch eine aufrechte Haltung und einen gehobenen Kopf Selbstbewusstsein aus? Weisen herunterhängende Schultern oder Mundwinkel auf Probleme oder Traurigkeit hin? Lodert in seinen oder ihren Augen ein Feuer oder erscheint er eher müde vom Leben?

Wie schon beschrieben, analysieren wir die meisten dieser Signale völlig unterbewusst. Wir beurteilen anhand dieser paar Sekunden, wie wir den Menschen erst einmal einschätzen. Diese Meinung ist erst einmal fix. Sie zu revidieren oder zu ändern, erfordert später weitaus mehr Zeit, weswegen der erste Eindruck bekanntlich auch so wichtig ist.

Die Mimik als Meinungsverstärker

Die meisten Mimiken können wir bereits seit unserer frühen Kindheit bestens einordnen. Wir wissen, welche Gesichtsausdrücke Freude, Glück und Zufriedenheit ausdrücken, und wir wissen, wie Traurigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit unsere Gesichter zeichnen.

Aber auch hier gibt es Dinge, die uns oft gar nicht so bewusst sind. So lassen sich Lügen oft durch Mimiken, wie z.b. mehrfaches Blinzeln oder dem Ausweichen des Blickes vom Gegenüber entdecken. Sie kommen daher, dass es zwar relativ leicht ist, eine unwahre Aussage zu treffen, aber umso schwerer, die nonverbalen Signale dazu passend darzustellen. (Vom notorischen Lügner einmal abgesehen)

Auch der Blick eines Menschen kann uns viel verraten. Ist der Blick unseres Gesprächspartners zum Beispiel nicht zu uns gerichtet, sondern sucht oder wechselt hin und her, deutet das entweder auf Desinteresse an uns oder gar auf eine Provokation hin. Häufiges Blinzeln dagegen symbolisiert, dass ein Mensch sich womöglich unsicher fühlt.

Werden die Augenbrauen schnell nach oben gezogen, ist unser Gesprächspartner überrascht, passiert das langsam, wird das Gesagte überprüft.

Wie Gestiken das Gesagte abrunden

Während es bei der Mimik um das Gefühlsspiel unseres Gesichts geht, beschreiben Gestiken unsere gesamte Körpersprache. Also vereinfacht gesagt das, was wir mit unseren Händen, Armen, Beinen und unserem Kopf so von uns geben.

Die bekanntesten Signale sind hier die verschränkten Arme als Zeichen von Verschlossen- oder Unzufriedenheit oder der Mittelfinger als Beleidigung. Auch die über dem Kopf zusammen geschlagenen Hände als Zeichen der Resignation sind ein solches Signal.

Doch es gibt durchaus unbekanntere Vertreter: So kannst du in Zukunft zum Beispiel anhand der Fußstellung deines Gesprächspartners Rückschlüsse daraus ziehen, wie interessiert er an dir und der Unterhaltung ist. Die Füße zeigen nämlich meistens dorthin wo die Aufmerksamkeit desjenigen liegt.

Auch beim Date gibt es deswegen einige Dinge worauf du achten kannst. Streicht eine Frau sich im Gespräch durch ihr Haar, tut sie das oft, um möglichst gut auszusehen und um zu gefallen. Das Auf-und-Ab-Streichen des Strohhalmes (oder von anderen zylindrischen Gegenständen) im Glas stellt oft die unterbewusste Assoziation mit dem männlichen Geschlechtsteil dar.

Als Frau wiederum kannst du es z.B. als Zeichen von Interesse verstehen, wenn der Mann sich öfter an die Nase fasst (die vielen Nervenenden dort haben Einfluss auf die Erregbarkeit des Mannes und zeigen sexuelles Interesse) oder er sich vor dir aufbäumt und die Muskeln anspannt, um größer zu wirken und seinem Beschützerinstinkt gerecht zu werden.

Weitere interessante Gestiken sind hochgezogene Schultern als Zeichen der Angst, verschränkte oder unter dem Tisch befindliche Hände um sich nicht “in die Karten” schauen zu lassen oder leicht gespreizte Beine beim Stehen, um den eher vagen Standpunkt auszugleichen.

Sinn für Kommunikation schärfen

Du siehst, unsere Kommunikation ist viel mehr, als nur das, was wir tagtäglich so über die Lippen bringen. Wir reden, wie der Volksmund es schon sagt, mit Händen und Füßen.

Was du heute gelesen hast, ist nur ein kleiner Teil eines sehr komplexen Themas. Nicht umsonst gibt es ganze Seminare, in denen es nur um dieses Themengebiet geht.

Dennoch kannst du von nun an zum einen deine Gesprächspartner etwas besser beobachten und zum anderen natürlich auch selbst durch den bewussten Einsatz von Körpersprache deiner Kommunikation das entsprechende i-Tüpfchelchen verleihen.

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Zusammenfassung

Die menschliche Kommunikation zeichnet sich neben dem gesprochenen Wort durch unsere Körperhaltung, Mimik und Gestik aus, wobei wir dabei auf letztere viel mehr achten, als auf die eigentlich gesagte Information.
Anhand der Körpersprache, Mimiken (wie z.b. dem Blickkontakt) und Gestiken (wie z.B. die verschränkten Arme) wirken wir auf andere Menschen ein und sorgen so für Eindrücke, die uns meistens nur unterbewusst klar sind.

Durch gezielte Beobachtung dieser nonverbalen Signale kannst du zum einen deinen Gesprächspartner und seine Aussagen besser analysieren und zum anderen durch den eigenen Einsatz dieser Techniken im Gespräch besser überzeugen.

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