Macht Fernsehen dumm? Das sagt die Wissenschaft!

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Die Antwort auf die Frage „Macht Fernsehen dumm?“ scheint amtlich. Die Forschungsergebnisse mehrerer Studien zeigen, wie der regelmäßige TV-Konsum uns unfähig macht, unsere Umgebung zu hinterfragen und uns selbst Problemen zu stellen. Grund genug, endlich abzuschalten.

Der durchschnittliche Deutsche verbringt täglich satte 3 Stunden vor dem Fernseher. Auf unser Leben hochgerechnet sind das 8-10 Jahre, in denen wir uns von der Realität abkoppeln und komatös in den Flimmerkasten schauen.

Die Produktionsfirmen haben längst verstanden, dass sie um Werbeplätze zu verkaufen, einfach nur ein Programm schaffen müssen, was so leicht verdaulich ist, dass absolut jeder ihm folgen kann.

Da finden wir nackte Singles, die auf einer einsamen Insel ihren Traumpartner suchen, Nachrichten in denen die Geschehnisse des Tages gerappt werden sowie so genannte „Wissenssendungen“, die uns darüber aufklären, dass am Wochenende in Hintertupfingen die längste Bratwurst der Welt zubereitet wurde.Merken
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"Fernsehen hilft den Dummen, dumm zu bleiben."

Doch obwohl sich jeder fleißig über die Auswüchse der deutschen Fernsehlandschaft unterhält, scheint es so, als Otto Normalverbraucher den Kampf um die Selbstkontrolle lange verloren hat.

Macht Fernsehen dumm?

Mehrere Untersuchungen, zuletzt durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen mit 23.000 Kindern und Jugendlichen, zeigen, was viele schon insgeheim gewusst haben: Der Intelligenzquotient verhält sich scheinbar umgekehrt proportional zum Fernsehkonsum eines Menschen. Will heißen: Je mehr jemand fern sieht, umso dümmer scheint er zu sein oder zu werden.

Die Gründe dafür sind einfach erklärt. Wenn wir es uns vor dem Fernseher gemütlich machen, schaltet unser Gehirn ab. Wir befinden uns in einer Art komatösen Dämmerschlaf. Wir starren auf die Mattscheibe und saugen das Gesehene ungefiltert in unser Gehirn auf.

Durch diese Informationsflut verlernen wir zunehmend, uns selbst kritisch mit unserer Umwelt auseinander zu setzen, Fragen zu stellen und selbst Informationen zu sammeln, wie wir es einst als Kind gelernt haben. Unser Gehirn verliert die Fähigkeit des selbständigen Denkens, da diese aufgrund der vollautomatischen Informations-Betankung (egal ob die Information nun gut oder schlecht ist) immer weniger benötigt wird.

Beobachten lässt sich das daran, wie viele Menschen heute 1:1 die Aussagen der Medien zitieren ohne sich selbst je mit dem Thema beschäftigt haben. Hinzu kommt, dass viele von uns im TV erlebte Ereignisse wie z.B. Terroranschläge nicht mehr fassen können und sich in Verschwörungstheorien verstricken, um dem eigenen Verstand die Ereignisse doch noch irgendwie plausibel erklären zu können. Ist eben beides einfacher, als sich selbständig mit mit einem Thema auseinander zu setzen und eigene Informationen zu sammeln.
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"Wenn wir diesen - die Köpfe der nächsten Generation vermüllenden - Medienkonsum einfach so weiterlaufen lassen, dann nähen wir in 20 Jahren die T-Shirts für China."

Prof. Dr. Dr. Spitzer, deutscher Psychologe Tweet

Fernsehen & Intelligenz: Die Studienlage

In einer deutschen Studie verglich man speziell die Leistungszunahme von Kindern im Grundschulalter. Hierzu unterteilte man sie nach ihren TV-Gewohnheiten: Wenigseher (15-20min täglich), Normalseher (1 Std täglich) und Vielseher (mehr als 2 Stunden). Das Ergebnis: Die Kinder, die mehr fern sahen, zeigten eine deutlich schlechtere Leistungsentwicklung als die Wenigseher.

Eine neuseeländische Studie unter Robert Hancox von der Universität Otago mit 1.000 Kindern, die zwischen 1972 und 1973 geboren wurden,  kam zu dem Schluss, dass die Kinder, die im Alter zwischen 5 und 11 Jahren am wenigsten fern gesehen hatten, am ehesten einen akademischen Abschluss erlangt hatten.

Wie stark der Fernsehkonsum über die Jahre auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt, zeigt eine interessante Langzeituntersuchung. 3250 junge Erwachsene (zum damaligen Zeitpunkt jeweils um die 25 Jahre alt) schrieben sich bereits 1985  in eine von Dr. Tina Hoang begonnen Studie ein. Alle fünf Jahre wurden sie nach ihren TV- und Freizeitaktivitäten befragt sowie schlussendlich nach 25 Jahren kognitiven Tests unterzogen. Das Ergebnis: Während sich im Bereich des verbalen Gedächtnisses zwischen Viel- und Wenigsehern kaum Unterschiede zeigten, waren die Vielseher, was ihre kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie ihre Exekutivfunktionen  angeht, den Wenigsehern weit unterlegen.

Sinn und Unsinn

Studien hin oder her. Könnte es nicht vielleicht auch sein, dass das Fernsehen nicht dumm macht, sondern vielleicht weniger intelligente oder gar einfach antriebslose Leute eher fernsehen, weil sie gar nicht wissen, dass sie etwas aus ihrem Leben machen könnten und dadurch ihren Intellekt gewissermaßen in Stein meißeln?. Die Antwort liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Der wichtigste Grund ist doch ein ganz anderer. Die Zeit, die du lethargisch vorm Fernseher liegst, bringt dir in den meisten Fälle reichlich wenig. Während du vielleicht vor der Mattscheibe Leute verfolgst, die es im Leben geschafft haben oder dich vielleicht nur deswegen über die angeblichen „Assis“ im TV amüsierst, weil du dadurch das Gefühl bekommst, selbst besser zu sein, solltest du diese Zeit vielleicht lieber nutzen, etwas sinnvolles zu machen.

Sieh es mal so: Selbst wenn du dich irgendwo unter dem am Anfang zitierten Durchschnitt bewegst und am Tag nur 2 Stunden vor der Glotze hängst, solltest du einmal überlegen, wie viel du erreichen könntest, wenn du nur eine Stunde davon in Zukunft mit Büchern, Sport oder der Arbeit an deinen Visionen verbringst.

Abschalten!

Geh‘ mit gutem Beispiel voran und schalte ab. Du wirst schon nach wenigen Tagen feststellen, dass dir nicht wirklich etwas fehlt, geschweige, dass du irgend etwas verpasst.

Mal ehrlich: Durch den Konsum von Casting-Shows, Koch-Sendungen und Ärzte-Serien wirst du in deinem Leben weder weiter kommen, noch glücklicher werden oder auch nur einen Euro verdienen.

Um es mit den Worten von Peter Lustig zu sagen: „Ihr wisst ja: abschalten„!

 

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Zusammenfassung

Mehrere Studien zeigen das, was wir schon lange geahnt haben. Fernsehen macht dumm und zieht Dumme an. Unser Gehirn verlernt durch die Informations-Berieselung das selbständige Denken.

Bei durchschnittlich 3 Stunden am Tag, die der Deutsche vor dem TV verbringt, kommen schnell 8-10 Jahre zusammen, die wir im Leben vor der Mattscheibe verbringen. Zeit, die wir definitiv sinnvoller nutzen könnten, auch wenn wir nur auf eine Stunde Fernsehen am Tag verzichten würden.

Deine Meinung: Macht Fernsehen dumm?

Die Frage, ob zwischen TV-Konsum und Intelligenz/Bildung wirklich ein Zusammenhang besteht, wird kontrovers diskutiert. Wie denkst du über das Thema? Schreib es uns in die Kommentare.

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7 Antworten

    1. ich hab vor zwei jahren den dodelkasten rausgeschmissen – es ist unwahrscheinlich, wieviel sinnvolles leben plötzlich übrigbleibt – einfach nur schön! malen, sporteln, schießen, tauchen, mit leuten reden, garteln usw! ich kanns nur jedem empfehlen – keine chance, dass mir jemals nochmal so ein kasten ins haus kommt!!!
      keine schlafanfälle, kein kopfweh mehr! das leben ist einfach viel lebenswerter geworden – eben so, wie es vor der verflixten müllstreukiste war :0)

  1. Bei mir ist es glücklicherweise 2013 von ganz alleine passiert, dass es mit einem mal nicht mehr ging. Komme mit der Werbung nicht klar und mit der permanenten Streitberieslung. Auf allen Kanälen wird gestritten oder es werden schlechte Nachrichten übermittelt. Ein Sender nur für positive Nachrichten – das wäre mal was. Oder ein interaktiver Sender. Die Konsumenten müssen aus der Lethargie gerissen werden. Sollten mehr Entscheidungsgewalt bei der Gestaltung des Programms bekommen. Ich jedenfalls male nun plötzlich und habe das letzte Jahr damit zugebracht, mir in der Freizeit das Gitarrespielen beizubringen. Hätte ich doch gar nicht erst damit angefangen Fern zu sehen. Es beeinflusst uns mehr als wir denken. Wer weiß welche Schätze von uns Menschen noch zu heben sind… wenn wir unsere Zeit in andere Ding investieren. Wichtig ist nur, dass nun nicht der eine Bildschirm gegen den anderen ausgetauscht wird.

  2. Es ist wie bei allem im Leben… Schaue ich Intelligentes, werde ich intelligenter, schaue ich Schwachsinn, … na ja. 🙂

  3. Der Vorteil am Fernseher ist, es kostet kein Geld. Ich geh arbeiten und mache Sport und lese, schau aber auch Serien und Nachrichten. Filme liebe ich sowieso!
    Ich spare in der Woche jedemenge Geld, statt in einer Bar zu hocken und mit besoffenen Menschen sinnlos zu diskutieren. Sportcentren sind auch nicht billig, da fahr ich lieber Rad oder lauf und mach zuhause bisschen Kraftsport. Unter Menschen komme ich auf Arbeit mit Kollegen und am Wochenende fahre ich gerne weg. Geld hab ich dafür in der Woche gespart…
    Ja, die Glotze ist oft überflüssig, hin und wieder bringt sie einem aber auch Informationen, die man nutzten kann. Z.B. wie Menschen in Dresden gegen die Flüchtlingpolitk demonstrieren und sich fragt, warum die nicht lieber Dumm-H4-TV gucken. Klüger werden die bei so einer Demo auch nicht…
    Ich weiß das es viele Leute gibt, die sich für Flüchtlinge engagieren und das will ich auch. Da kommt dann auch das Fernsehprogramm zwar zu kurz, doch das ist unwichtig.
    Viele Menschen wollen sich gar nicht mit den Problemen der Welt beschäftigen… bisschen vorm Fernsehr aufregen reicht ihnen und das kann man ihnen auch nicht verdenken. Schließlich kann einen auch die ganzen Ungerechtigkeiten in der Welt echt fertig machen und man ist froh, das es einem halbwegs gut geht.
    Meine schönste Zeit ist die, wenn ich mit Freunden unterwegs bin, Familie treffe und etwas bewege… ohne Frage. Glotze spielt da keine wesentlich Rolle. Aber ohne will ich auch nicht!

  4. Im Zeitlichen Verlauf wurde Fernsehen immer langweiliger und eintöniger.
    Jetzt nutze ich den Platz für Bücher, den mir der Fernseher vorher wegnahm.
    Blöderweise muß ich trotzdem diese beschi..ene Zwangsabgabe für den Unsinn abgeben. Demokratie!

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