Connect with us

Die Macht der Resilienz – Teil 2

Resilizenz testen und erhöhen

Kopfsache

Die Macht der Resilienz – Teil 2

Die Resilienzforschung beschäftigt sich mit dem Thema, warum manche Menschen mental stärker sind und auch große Lebenskrisen mit Bravour meistern, an denen schwächere oft zerbrechen.

Im ersten Teil hast du bereits erfahren, was Resilienz ist und wie sie über unsere mentale Widerstandskraft entscheidet. Im zweiten Teil der Reihe zeigen wir dir, was resiliente Menschen ausmacht und wie du selbst lernen kannst, besser mit Krisen umgehen zu können.

 

Wodurch entsteht Resilienz?

Es gibt Stimmen (Scarr & McCartney, 1983), die der Auffassung sind, dass zum Teil auch unsere Gene mitbestimmen, wie robust unsere Psyche einmal sein wird. Gerade in die Anfälligkeit, nach einer Misshandlung oder ähnlich schweren Krisen asoziale Verhaltensweisen zu entwickeln scheint unsere Veranlagung mit rein zu spielen. Dies wird jedoch kontrovers diskutiert und bildet immer nur den Ausgangspunkt vor der Erziehung ab.

kindheit-resilienz-erziehungWas jedoch bewiesen ist, ist die Tatsache, wir sehr unsere frühen Erfahrungen in der Kindheit über unsere spätere Widerstandskraft entscheiden. So konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass Kinder von berufstätigen und gebildeten Eltern deutlich resilienter sind, als von nicht so gebildeten oder arbeitslosen Eltern. Auch konnte nachgewiesen werden, wie wichtig das familiäre Gefüge für die weitere Entwicklung ist.

So sind Einzelkinder oft resilienter, weil sie sich schon früh selbst organisieren mussten, Kinder die nur von einem Elternteil erzogen werden dagegen jedoch weniger widerstandsfähig. Hierbei ist interessant, dass Kinder alleinerziehender Mütter deutlich öfter Probleme haben als Kinder alleinerziehender Väter. So geraten Söhne, die ohne Vater aufwachsen öfter in die Kriminalität, während Töchter ohne Vater häufiger als Teenager schwanger werden.

In unseren ersten Lebensjahren bis hin zur Jugend ist es also nicht unerheblich, in welchem sozialen und familiären Gefüge wir aufwachsen, wie viel Unterstützung wir erhalten und wie liebevoll wir von unseren Eltern umsorgt werden. Gerade resiliente Kinder und Jugendliche suchen sich deshalb unbewusst oft bereits frühzeitig Bezugspersonen – auch außerhalb der Familie – um das eventuell nicht so gute Umfeld zu verlassen und sich so eine positivere Umgebung zu schaffen.

Aktuell ist man in der Forschung der Auffassung, dass jeder von uns zwar von Geburt an verschiedene Faktoren mitbringt, diese sich in der Kindheit aufgrund des jeweiligen sozialen Milieus weiter festigen oder verschieben, aber später von jedem einzelnen bewusst ausgebaut werden können.

 

Wie kann Resilienz in jungen Jahren gefördert werden?

Gerade Eltern können frühzeitig positiv auf die Entwicklung der mentalen Widerstandskraft ihrer Kinder hinwirken, in dem ihnen ein positives soziales Umfeld schaffen. Dazu gehört z.B. die Kinder bei ihren Träumen und Vorhaben zu unterstützen, sie zu akzeptieren und zu achten, um ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen, als gutes Beispiel voran zu gehen und durch Gespräche enge emotionale Bindungen zu ihnen einzugehen. In mehreren Studien konnte zudem gezeigt werden, dass sich dies durch die Einbindung der Großeltern, sofern sie einen positiven Einfluss auf das Kind haben, zusätzlich steigern lässt.

resilienz-staerken-elternPotentiell resiliente Kinder lassen sich z.B. frühzeitig daran erkennen, dass sie in der Schule bessere Leistungen bringen als man von ihnen erwartet, das sie einfühlsamer und emotionaler sind und eher über ihre Gefühle sprechen. Weitere Anzeichen sind realistische Vorstellungen über ihre Zukunft, ein großes Interesse an Menschen, Dingen und Ideen sowie eine bessere Disziplin.

Auch im späteren Jugendalter ist es von daher wichtig, kommunikative Fähigkeiten mitzugeben, also frühzeitig das aktive Auseinandersetzen mit der eigenen Umwelt sowie soziale Fähigkeiten, wie Hilfsbereitschaft und Vertrauen zu lehren. Auch eine realistische Zukunftsplanung sowie ein eventuell vorhandener religiöser Glaube wurde als förderlich nachgewiesen.

 

Was kann ich selbst tun?

Um sich selbst widerstandsfähiger, also resilienter, für die Krisen zu machen, die das Leben so mit sich bringt, ist es zunächst einmal elementar wichtig, dir klar zu machen, dass du selbst der Gestalter deines Lebens bist und aktiv Einfluss auf deine Zukunft nehmen kannst (vgl. auch » Werde zum Macher).

Dafür wichtig ist ein gesundes Selbstwertgefühl und vor allem auch das Selbstbewusstsein, alle Herausforderungen, die in Zukunft auftauchen werden, schaffen zu können. Dazu gehören auch Strategien um Probleme lösen zu können sowie ein optimistischer Blick nach vorne.

Achte darauf, lösungsorientiert zu arbeiten statt dich auf Probleme zu fixieren. Übernimm die Verantwortung für dein Handeln und lerne, dich selbst motivieren zu können. Versuche, dir deinen Humor zu bewahren und in jeder Situation etwas Positives zu sehen.

Darüberhinaus ist es wichtig, dir ein qualitativ hochwertiges soziales Netzwerk aufzubauen und zu pflegen, welches Kraft und Unterstützung bietet, wenn es mal etwas schwieriger wird. Dazu gehören stabile Beziehungen zu Freunden und Familie sowie Bezugspersonen wie ein fester Partner.

 

Quintessenz

Resilienz beschreibt die mentale Widerstandsfähigkeit eines Menschen gegenüber Krisen des Lebens. Krisen sind Veränderungen und Umstände in unserem Leben, mit denen wir vorher nicht konfrontiert waren und die uns deswegen zunächst einmal überfordern können. Wichtig ist aber, dass wir solche Momente als normale Abschnitte unseres Lebens betrachten und uns dann mit ihnen arrangieren.

Man geht davon aus, dass gewisse Faktoren für die Fähigkeit eben das zu können zwar angeboren sind, die meisten sich aber erst durch unser Leben entwickeln und wir später auch selbst aktiv Einfluss auf die Entwicklung unserer Resilienz nehmen können.

Einflussfaktoren hierfür sind, wie angesprochen, das soziale Umfeld in welchem wir aufwachsen und uns dann später bewegen, sowie unsere eigene Erwartungshaltung an die Zukunft. Ebenso wichtig ist ein gesundes Selbstwertgefühl, eine optimistische Grundeinstellung sowie die Fähigkeit, Probleme als Herausforderung sehen zu können.

Grundlegend solltest du dir also stets vor Augen halten, welche Probleme und Krisen du bisher im Leben gemeistert hast und das du auch alle weiteren Herausforderungen im Leben meistern wirst.

Unseren Kindern – und auch unseren vielleicht nicht so widerstandsfähigen – Freunden gegenüber sollten wir stets als gutes Vorbild voran gehen und sie dabei unterstützen, an sich und ihre Zukunft zu glauben.

 

Wie hat dir dieser Beitrag gefallen?
ganz okaynajatollsupergenial
4,00/5.00 - 7 Stimme(n)

 

Buch zum Thema:
Resilienz – Das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft (Berndt)

 

Mehr Kopfsache

Beliebt

Tipps per E-Mail

Neue Beiträge kostenlos in dein Postfach:

Empfehlung

Zufälliges Zitat

“Wann immer du feststellst, dass du auf der Seite der Mehrheit bist, wird es Zeit innezuhalten und nachzudenken.”

 Mark Twain
To Top