Selbstliebe kann man lernen
Sich selbst zu lieben und bedingungslos anzunehmen, hat nichts mit Egoismus zu tun. Foto: iStock.com/SanneBerg.

Sich selbst lieben: Selbstliebe vs. Egoismus

Zwischen Selbstliebe, Selbstbewusstsein und Arroganz liegt ein schmaler Grat. Doch wer sich selbst nicht liebt, leugnet nicht nur seine eigene Persönlichkeit, er verschenkt auch wertvolles Potenzial. Das Gute ist: Sich selbst lieben lässt sich erlernen.

Menschen, die mit sich selbst im Reinen und von sich überzeugt sind, haben es in unserer Kultur oft nicht leicht. Gesunde Selbstliebe wird schnell mit Arroganz oder Überheblichkeit gleich gesetzt, auch wenn genau das gar nicht der Fall ist.

Zahlreiche Denker, wie z.B. Erich Fromm, vertreten die Meinung, dass als Grundlage, um andere Menschen lieben zu können, erst einmal die Liebe zu sich selbst vorhanden sein muss. Therapien im Bereich der Psyche beschreiben deswegen die Selbstliebe auch als Voraussetzung, um überhaupt mit der Welt und seinen Mitmenschen im Einklang leben zu können.

Selbstliebe als Grundlage für soziales Miteinander

Sich selbst nicht zu lieben oder gar nicht zu mögen hat meist etwas mit einem mangelnden Selbstwertgefühl zu tun, welches in der heutigen westlich-geprägten Gesellschaft ein immer öfter zu beobachtendes Phänomen ist. Durch den stetigen Leistungsdruck und das immense Stresspotential unseres Alltags überfordert, resignieren viele Menschen oft bereits im frühen Alter und können sich so allzu oft selbst nicht mehr leiden.

Doch genau dieses Selbstwertgefühl gilt es um jeden Preis auf einem gesunden Level zu halten, um überhaupt mit der Umwelt interagieren zu können. Wenn du dich selbst nicht magst (und das auch ausstrahlst), wirst du Probleme damit haben, anderen Menschen das Gefühl zu geben, dass sie dir etwas bedeuten.

Wenn mangelndes Selbstwertgefühl die Liebe zu sich selbst verhindert

Was denkst du über dich selbst? Findest du dich schon ganz nice, erfolgreich und ansehnlich? Oder bist du in deinen Augen ein Nichtsnutz oder Versager?

Wenn du eher Letzteres über dich denkst, solltest du dringend an deinem Selbstbewusstsein ändern. Denn mit diesen Ansichten wirst du nur noch mehr Probleme anziehen, als in irgendeiner Art und Weise voran kommen.

Halte dir immer eines vor Augen: Du warst mal das Schnellste von 300 Millionen Spermien. So schlecht kannst du also gar nicht sein. Deswegen: Liebe dich selbst! Wenn du das einmal geschafft hast, wird es dir auch um einiges leichter fallen andere Menschen zu lieben.

Die Grenze zwischen Selbstliebe und Selbstverliebtheit

Bei aller Selbstliebe: Übertreiben solltest du es auch nicht. Selbstliebe bedeutet, dass du dich selbst akzeptierst, und zwar mit allen Stärken und Schwächen die du hast. Dass du ein gesundes Selbstwertgefühl hast und mit dir einfach im Reinen bist.

Gerade in den sozialen Medien, wie z.B. Instagram und Co., wo Schwächen oft ausgeblendet werden und regelmäßig nur das Wunsch-Ich präsentiert wird, verschwimmt die Definition von Selbstliebe dagegen schnell. Wenn du ständig Bilder von dir postest, solltest du dich einmal fragen, ob du das wirklich tust, weil du mit allem zufrieden bist oder ob dein eventuell vorhandenes geringes Selbstbewusstsein einfach die Bestätigung in Form von Likes braucht.

Mach dir klar, dass es hier um dein persönliches Verhältnis zu dir geht und um nichts anderes. Wenn du dich selbst liebst, brauchst du keine massenhafte Bestätigung von außerhalb. Deine Mitmenschen werden dich so mögen, wie du bist, authentisch, herzlich und nicht überheblich.

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