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Bleib hungrig. Bleib verrückt.

Stay hungry. Stay foolish.

Motivation

Bleib hungrig. Bleib verrückt.

Der Tod des Apple-Mitbegründers Steve Jobs liegt mittlerweile schon ein paar Jahre zurück. Kurz bevor er starb, hielt er an der Universität Stanford jedoch eine bedeutende Rede, die man gehört haben sollte. Bei uns gibt es die deutsche Übersetzung.

Sein Lebenswerk Apple gehört zu den erfolgreichsten und bekanntesten Unternehmen der Welt. 1976 zunächst als kleine Firma in einer Garage gegründet, sind Apple-Produkte, wie iPhone, iPad und Co. heute kaum noch weg zu denken.

Jahre bevor Steve Jobs krankheitsbedingt starb, hielt er vor Studenten der Stanford University die Abschlussrede, die so gut zum Thema dieser Seite passt, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte.

Ich habe die Rede frei übersetzt und euch die wichtigsten Passagen markiert. Sowohl die Original-Rede, als auch eine Version des ZDF findest du im Beitrag.

“Ich fühle mich geehrt, heute – am Tag Ihres Abschlusses – an einer der besten Universitäten der Welt zu Ihnen sprechen zu dürfen. Ich selbst habe keinen Hochschulabschluss. Wahrscheinlich bin ich jetzt gerade einem solchen Abschluss am nächsten.
Ich möchte euch heute 3 Geschichten aus meinem Leben erzählen, nicht mehr und nicht weniger.

In der 1. geht es um Zusammenhänge.

Mein Studium am Reed College habe ich selbst nach 6 Monaten hingeworfen. Danach blieb ich anschließend noch anderthalb Jahre, bevor ich endgültig ging. Aber warum ging ich?

(…) Meine biologische Mutter war jung, unverheiratet und selbst Studentin als sie beschloss, mich zur Adoption freizugeben. Ich bedeutete ihr sehr viel und es war ihr wichtig, dass ich von Akademikern adoptiert werden würde. Ein Rechtsanwalt und seine Frau wollten mich zunächst, entschieden dann aber im letzten Moment, dass sie doch lieber ein Mädchen hätten.

Meine heutigen Eltern wurden damals mitten in der Nacht angerufen. Sie wollten mich sofort adoptieren. Als aber meine biologische Mutter heraus fand, dass meine Mutter keinen Universitäts-Abschluss und mein Vater nicht einmal eine Mittelschule abgeschlossen hatte, weigerte sie sich zunächst, die Papiere zu unterschreiben. Erst Monate später unterschrieb sie, als sie ihr versprachen, dass ich später studieren würde.

So fing mein Leben also an. 17 Jahre später war ich dann Student. Ich suchte mir in meiner Naivität ein College, was fast so teuer wie Stanford war und sämtliche Ersparnisse meiner Eltern mussten für mein Studium herhalten.

Nach einem halben Jahr wusste ich nicht mehr so recht, wozu ich das alles tat. Ich wusste nichts mit meinem Leben anzufangen und erst recht nicht, was das College mir bringen sollte. (…) Ich entschied mich, das Studium abzubrechen und darauf zu vertrauen, dass schon alles irgendwie gut werden würde. (…)

Es war alles andere als gut. Ich schlief bei Freunden auf dem Boden, weil ich keine Bleibe hatte und kaufte mir vom Flaschenpfand leerer Cola-Flaschen etwas zu essen. Jeden Sonntagabend lief durch die ganze Stadt, um wenigstens einmal in der Woche im Hare-Krishna-Tempel eine anständige Mahlzeit zu bekommen. Ich fühle mich doch irgendwie wohl und vieles, was ich in dieser Zeit lernte, erwies sich später als unschätzbar.

So gab es zum Beispiel am Reed College damals den vielleicht besten Kalligrafie-Kurs im Land. Jedes Plakat, jedes Poster und jeder Aushang auf dem Campus war von Hand mit wunderschöner kalligraphischer Schrift versehen. Da ich abgebrochen hatte und nicht mehr an Pflichtkursen teilnehmen musste, beschloss ich, mich mit dem Thema Kalligrafie zu befassen. Ich lernte etwas über Schriften, unterschiedlichen Abstände und die Regeln guter Typografie. (…) Ich fand es faszinierend.

Praktisch brachte mir dieses Wissen zunächst nicht viel, doch das änderte sich 10 Jahre später, als wir am ersten Macintosh-Computer arbeiteten. Wir nutzten mein Wissen und packten es in den Mac, den ersten Computer mit einem anständigen Schriftbild.

Hätte ich den Kurs damals nicht besucht, hätte es beim Macintosh niemals verschiedene Schriften gegeben. Und da Windows später den Mac kopierte, hätte es sie wahrscheinlich auch nicht bei den heutigen Computern gegeben. Hätte ich also damals nicht die Uni hingeworfen und dadurch nie den Kalligrafiekurs besucht, hätten heutige Personalcomputer vielleicht nie eine ordentliche Typografie erhalten.

Zur damaligen Zeit konnte ich natürlich nicht ahnen, welche Folgen mein Bruch mit der Uni einmal haben würde. Aber zehn Jahre später, rückblickend, konnte ich das sehr wohl.

Ihr könnt die Folgen eures Handelns nicht erkennen, wenn ihr nach vorne schaut. Die Verbindung ergibt sich erst später. Ihr müsst also darauf vertrauen, dass sich die Punkte später einmal zusammenfügen. Ihr müsst daran glauben – an Intuition, Schicksal, Leben, Karma oder was auch immer.

Diese Einstellung hat mich nie getäuscht. Sie hat mein Leben entscheidend geprägt.

 

Original-Rede von Steve Jobs
In der 2. Geschichte möchte ich euch etwas über Liebe und Verlust erzählen.

Zu meinem Glück fand ich relativ früh heraus, was mir Spaß machte. Anfang 20 legte ich gemeinsam mit Steve Wozniak (Anm.: Mitbegründer von Apple) in der Garage meiner Eltern den Grundstein für Apple. Wir arbeiteten hart und zehn Jahre später war aus der kleinen Garagen-Firma ein 2-Milliarden-Dollar-Unternehmen mit 4.000 Mitarbeitern geworden. Im Jahr zuvor hatten wir den Macintosh auf den Markt gebracht und ich war gerade 30 geworden.

Dann wurde ich von heute auf morgen entlassen. Wir hatten den Fehler gemacht, jemanden einzustellen, der mir geeignet schien, das Unternehmen gemeinsam mit mir zu führen. Das funktionierte zunächst gut, doch dann gingen unsere Vorstellungen auseinander. Nach einem Streit zwischen uns kam es zum Eklat, der Verwaltungsrat stellte sich auf seine Seite und ich wurde aus meinem eigenen Unternehmen geworfen. Und das sehr öffentlichkeitswirksam. Mein Lebenswerk war weg und ich am Boden zerstört.

Zunächst wusste ich nicht, wie es mit meinem Leben weiter gehen sollte. Ich ging hart mit mir ins Gericht. Ich sagte mir, dass ich die Verantwortung aus den Händen gegeben hatte, die mir zuteil geworden war. Ich wollte mich entschuldigen.

Ich war gescheitert und überlegte sogar, auszuwandern, aber dafür lag mir meine Arbeit zu sehr am Herzen. (…) Man hatte mich gefeuert, aber ich brannte noch immer für mein Lebenswerk Apple. So beschloss ich also, neu anzufangen.

Zum damaligen Zeitpunkt war mir das nicht klar, aber es zeigte sich später, dass diese Entlassung das beste sein sollte, was mir in meinem Leben passieren sollte. Ich erlebte wieder die Leichtigkeit des Anfängers, der auch mal unsicher sein darf. Es gab mir die Möglichkeit, eine der kreativsten Phasen meines Lebens zu beginnen.

Ich gründete Next und Pixar, verliebte mich in eine wunderbare Frau, die ich heiratete. Mit Pixar produzierte ich “Toy Story”, den ersten computeranimierten Film aller Zeiten. Heute ist Pixar das erfolgreichste und bekannteste Animationsstudio der Welt.

Wenig später wurde Next von Apple aufgekauft, wodurch ich zu meinem ehemaligen Unternehmen zurück kehren konnte. Die Innovationen die wir bei Next entwickelt hatten, sind heute der Kern des Apple-Konzerns. (…)

Das alles wäre nicht passiert, wenn man mich nicht raus geworfen hätte. Es war eine bittere Pille, aber vermutlich habe ich sie damals gebraucht. Manchmal knallt einem das Schicksal etwas an den Knopf, dann darf man nicht das Vertrauen verlieren. Ich habe damals weiter gemacht, weil ich Spaß daran hatte.

Ihr müsst herausfinden, was euch wichtig ist. Sowohl im Beruflichen als auch in der Liebe. Eure Arbeit wird einen Großteil eures Lebens bestimmen, aber erfüllt werden ihr nur sein, wenn ihr wisst, dass es etwas großes ist. Und das geht nur, wenn ihr eure Arbeit liebt.

Habt ihr noch nicht gefunden was ihr liebt, dann sucht weiter und versucht nicht, euch mit der aktuellen Situation zu arrangieren. Wie bei allen Herzenssachen spürt man, wenn man das Richtige gefunden hat. Und wie in jeder Beziehung wird es mit den Jahren immer besser werden.

Sucht also so lange, bis ihr das Richtige gefunden habt. Arrangiert euch nicht.

 

Deutsche Übersetzung des ZDF

In meiner letzten Geschichte geht es um den Tod.

Mit 17 las ich einen Satz, der in etwa so lautete: “Wenn man jeden Tag lebt, als sei es der Letzte, wird man irgendwann recht haben.”

Dieser Spruch beeindruckte mich und ich fragte mich fortan jeden Morgen im Spiegel, ob – wenn dies mein letzter Tag wäre – ich heute das tun würde, was ich auch geplant hatte. Fiel mir auf, dass ich darauf öfter mit “nein” antwortete, war mir klar, dass ich etwas ändern musste.

Der Gedanke daran, dass ich theoretisch bald tot sein könnte, war mir immer eine große Hilfe bei den wichtigen Entscheidungen im Leben. Denn die meisten Dinge – z.B. die Erwartungen anderer, der eigene Stolz oder die Angst vorm Scheitern – werden im Angesicht des Todes unbedeutend. Es bleibt nur übrig, was wichtig ist.

Wer daran denkt, dass er sterben wird, verfällt nicht der Illusion, dass er etwas zu verlieren hätte. Man ist sowieso nackt. Es gibt also gar keinen Grund, nicht auf seine innere Stimme zu hören.

Vor etwa einem Jahr wurde bei mir Krebs diagnostiziert. Um halb acht morgens wurde bei einem Scan der unübersehbare Tumor in der Bauchspeicheldrüse entdeckt. Ich wusste bis dahin nicht einmal, was eine Bauchspeicheldrüse ist. Die Ärzte meinten, der Krebs sei höchstwahrscheinlich unheilbar und sie gaben mir höchstens drei bis sechs Monate.

Mein Arzt gab mir den Rat, nach Hause zu gehen und alle notwendigen Dinge zu regeln. Ich sollte mich auf den Tod einstellen und meinen Kindern in wenigen Monaten all das mitgeben, wofür ich glaubte, noch zehn Jahre Zeit zu haben. Ich sollte allen Lebewohl sagen.

Mit der Diagnose verbrachte ich den Tag. Abends hatte ich eine Biopsie, bei welcher ein Endoskop über Mund und Magen bis in den Darm geführt wird um mit einer Nadel ein paar Zellen aus dem Tumor der Bauchspeicheldrüse zu entnehmen. Ich war nicht bei Bewusstsein, aber meine Frau erzählte mir später, dass die Ärzte weinten, als sie feststellten, dass ich eine sehr seltene Form von Krebs hatte, die therapierbar war. Ich wurde operiert und heute geht es mir wieder gut.

So nah wie damals war ich dem Tod noch nie gewesen und ich hoffe auch, dass es dabei bleibt.

Das erlebt zu haben, gibt mir heute die Möglichkeit euch zu sagen, dass der Tod eine sinnvolle Sache ist. Niemand stirbt gern. Selbst die, die gerne in den Himmel möchten, wollen nicht sterben. Und trotzdem ist der Tod unser aller Schicksal. (…) Und das ist auch wichtig, denn er ist vermutlich die beste Erfindung des Lebens. Er sorgt für Wandel. Er räumt mit Altem auf und schafft Platz für Neues.

Heute seit Ihr dieses Neue und auch Ihr werdet irgendwann einmal die Alten sein und abtreten. Entschuldigt diese Formulierung, aber so ist es nun einmal.

Eure Zeit ist begrenzt. Also vergeudet sie nicht, indem ihr das Leben anderer lebt. Hütet euch vor Dogmen, denn das bedeutet, euer Leben nach den Ansichten anderer auszurichten. Seht zu, dass fremde Meinungen nicht eure eigene innere Stimme übertönen. Und vor allem: Habt den Mut, eurem Herzen und dieser Stimme zu folgen, denn die beiden wissen ganz genau, was Ihr wirklich wollt. (…)

Als ich jung war, gab es ein tolles Buch, es hieß “The Whole Earth Catalog” und war sozusagen eines der wichtigsten Bücher überhaupt für meine Generation. (…) Das war in den späten 60er Jahren, lange vor den ersten Computern. Alles wurde mit Schreibmaschine, einer Sofortbild-Kamera und einer Schere arrangiert. Es war so etwas wie Google im Taschenbuchformat, nur eben 35 Jahre vor Google, idealistisch und voller nützlicher Dinge und Ideen.

Es gab mehrere Auflagen und als das Buch schließlich seine Zeit hinter sich hatte, entschied man sich, eine allerletzte Auflage zu heraus zu bringen. Das war Mitte der 70er Jahre, damals war ich so alt wie Ihr heute.

Den Umschlag dieser letzten Auflage zierte ein Foto von einer Landstraße am Morgen. Eine Landstraße, an der man vielleicht stehen würde, wenn man ein abenteuerlustiger Tramper wäre. Darunter standen die Worte “Bleibt hungrig, bleibt verrückt.” Das war ihre letzte Nachricht als sie aufgehört haben. Bleibt hungrig, bleibt verrückt.

Ich habe mir das stets für mich selbst gewünscht. Und heute, wo ihr vor einem neuen Abschnitt in eurem Leben steht, ist das mein Wunsch an euch.

Bleibt hungrig. Bleibt verrückt.

Vielen Dank.”
Steve Jobs starb 2011 im Alter von nur 56 Jahren an einer erneuten Krebserkrankung. Mehr über sein Leben von findest du in seiner Biografie, die man sich ruhig einmal gönnen kann.

Was er den damaligen Uni-Absolventen mit auf den Weg des Lebens gab, sollte auch für uns eine stetige Mahnung ans Leben sein: Frage nicht immer gleich nach dem Sinn, sondern vertraue darauf, dass alles gut wird, wenn du das Richtige tust. Geh’ keine Kompromisse ein, indem du das Leben anderer lebst sondern höre auf deine innere Stimme.

Und zu guter Letzt: Bleibe hungrig nach Erfolgen und Veränderungen. Bleibe verrückt, höre nicht auf die anderen und mach dein Ding.

Danke für diese Worte, Steve Jobs!

 

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Buch zum Thema:
Steve Jobs – Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers

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“Wann immer du feststellst, dass du auf der Seite der Mehrheit bist, wird es Zeit innezuhalten und nachzudenken.”

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