Das Lernen von Fremdsprachen hält jung

Vorteile von Fremdsprachen: Wirksam gegen Demenz

Eine Studie der Universität Edinburgh kommt zu dem Schluss, dass es deutliche Vorteile von Fremdsprachen auf unser Gehirn gibt. Das Erlernen einer oder mehrerer Fremdsprachen soll demnach nicht nur geistig fit halten, sondern auch das Altern des Gehirns verlangsamen.

Das Erlernen einer Fremdsprache erweitert nicht nur unseren eigenen Horizont, sondern kann dem Verfall unserer grauen Zellen wirksam entgegen steuern. In einer Studie der Universität Edinburgh kommen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass das Erlernen von Fremdsprachen Vorteile mit sich bringt. Die Gehirnzellen von Menschen, welche zwei oder mehrere Fremdsprachen sprechen, weisen einen deutlich verlangsamten Alterungsprozess auf.

Vorteile von Fremdsprachen durch Studie bestätigt

Das Team rund um den Neurowissenschaftler Dr. Thomas Bak vom Zentrum Kognitives Altern und Kognitive Epidemiologie werteten hierfür Intelligenztests von insgesamt 835 englischen Muttersprachlern aus. Diese wurden erstmals in den 1940ern, dann in den 70ern und schließlich zwischen 2008 und 2010 mit ihnen durchgeführt.

Dabei zeigte sich, dass die Probanden, welche zwei oder mehrere Fremdsprachen sprachen, über deutlich höher ausgeprägte kognitive Fähigkeit verfügten, als diejenigen, welche nur ihre Muttersprache beherrschten. Ein Unterschied zwischen Probanden, welche die Fremdsprache in der Kindheit oder erst später erlernt hatten, konnte nicht festgestellt werden.

Wie wichtig stetiges Lernen ist

Für die Neuro-Forscher sind die Ergebnisse aus der Studie gerade im Hinblick auf Themen wie Alters-Demenz und Alzheimer hoch interessant. Sie zeigen, wie durch lebenslanges Lernen und Fordern unseres Denkapparats dem Verfall unserer grauen Zellen wirksam entgegen gesteuert werden kann.

So zeigte eine erst 2013 veröffentlichte Studie im Magazin Neurology, dass Menschen, die mindestens zwei Sprachen sprechen, im Schnitt 4,5 Jahre später an einer Demenz erkranken, als reine Muttersprachler.

Gerade Eltern sollten deshalb schon früh das Erlernen von Sprachen beim eigenen Nachwuchs fördern und für geistiges Training sorgen. Und auch für Erwachsene ist es nie zu spät. Selbstlernkurse für Zuhause oder Online-Sprachtrainer fürs Smartphone, Tablet oder das Notebook wie z.B. Duolingo und Babbel bieten zahlreiche Gelegenheiten, das eigene Gehirn nebenbei herauszufordern.

Ebenfalls eine prima Möglichkeit sind Präsenzkurse an den örtlichen Volkshochschulen. Durch das Lernen in der Gruppe und und das Anwenden der Sprache in der Praxis ergeben sich so zusätzliche Lernimpulse.

Allgemein sollte jeder darauf achten, die Weiterbildung nicht mit Ende der Ausbildung abzuschließen. Lebenslanges Lernen und das stetige Training des Gedächtnisses halten geistig fit. Das Gehirntraining und der Ausbau von Wissen kann uns nicht nur neue berufliche Perspektiven eröffnen, sondern uns vor Demenz bewahren oder dessen Eintritt verzögern.