Wendepunkte im Leben nutzen
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Wendepunkte im Leben: Das Salz in der Suppe

Erfolgreiche oder glücklichere Menschen sind nicht zwangsläufig intelligenter oder fleißiger. Stattdessen haben sie gelernt, Wendepunkte im Leben für sich nutzen oder sie selbst einzuläuten.

Es gibt zweierlei Charaktere von Menschen. Sicherlich kennst du beide. Die einen irren mehr oder minder orientierungslos durch den Alltag, ähnlich einer Maus in einem Versuchsaufbau. Bei Problemen oder unvorhergesehenen Änderungen im Leben warten sie ab oder versuchen mit aller Gewalt, das Hindernis irgendwie zu überwinden.

Der andere Typ Mensch fragt sich dagegen regelmäßig, ob er richtig ist oder ein anderer Weg womöglich besser sein könnte. Erkennt er, dass er sich falsch entschieden hat, geht er auch schon einmal zurück und versucht einen neuen Weg. Aber was ist nun sinnvoller und vor allem, wie steht es mit dir?

Kritikfähig werden

Nur wenige Menschen sind fähig, mit Kritik an ihrer Person vernünftig umzugehen. Sie fühlen sich stattdessen angegriffen, reden sich raus oder reagieren beleidigt.

“Zeig einem schlauen Menschen einen Fehler und er wird sich bedanken.  Zeig einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.”

Laotse

Schaut man darüber hinaus einmal, wie viele Leute sich selbst kritisch betrachten, kommt man zu ähnlichen Schlüssen.

Dabei ist die Eigenschaft, eigene Fehler zu erkennen oder überhaupt sehen zu wollen, einer der wichtigsten Tugenden im Leben. Derjenige, der fest davon überzeugt ist, er wisse immer, wie was zu tun ist, wird immer der gleiche bleiben. Wendepunkte im Leben solcher Menschen gibt es nicht.

Wenn du mit allen Nuancen deines Lebens (sei es Beruf, Familie oder Glück) zufrieden bist, kannst du ruhig so vorgehen. Siehst du aber in dem einen oder anderen Lebensbereich Potenzial zur Verbesserung, dann nicht. In diesem Fall solltest du nicht nur Kritik von anderen dankbar aufsaugen, sondern auch mal selbst die Frage stellen, ob du alles richtig machst:

  • “Bin ich zu meinem Partner eigentlich nett? Wie würde ich mich an seiner Stelle fühlen?”
  • “Hatte ich heute wirklich zu wenig Zeit oder habe ich sie in Wirklichkeit mit Belanglosigkeiten vergeudet?”
  • “Habe ich für meine Ziele wirklich alles gegeben oder hätte es schon mehr sein können?”

Bei objektiver Betrachtung wirst du merken, dass du viele Dinge auf einmal ganz anders siehst. Oft wirst du gar feststellen, dass du Mist gebaut hast, wo es dir zunächst gar nicht so bewusst war. Gewöhne dir deswegen an, immer wieder im Alltag dein eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Nur so kannst du deine Sinne schärfen und erkennen, wenn es Zeit für einen Wendepunkt im Leben ist.

Wendepunkte im Leben erkennen

Sind wir mal ehrlich: Niemand von uns gesteht sich gerne Fehler ein. Und noch weniger möchten wir uns (oder anderen gegenüber) eingestehen, dass wir auf dem Holzweg waren.

Aber genau dieses Verhalten bringt uns in die Bredouille. Es sorgt dafür, dass wir oftmals orientierungslos durchs Leben irren, in der Hoffnung, doch noch irgendwie zum Ziel zu kommen. Frei nach dem Motto: “Kommt Zeit, kommt Rat”. So besuchen wir vielleicht seit 10 Semestern erfolglos die Uni, glauben seit Jahren, dass die Beziehung mit unserem Partner schon wieder werden wird oder mühen uns seit unserer Ausbildung in einem Job ab, der uns jeden Morgen die Mundwinkel herunter zieht.

Mit zur Fähigkeit zur Selbstkritik gehört, den eigenen Lebensweg kritisch zu beäugen und Irrwege ggf. als solche zu erkennen. Egal, ob es uns gefällt oder nicht.

Es ist nicht schlimm, wenn du dir nach 10 erfolglosen Semestern eingestehst, dass das Studium eine blöde Idee war und dich anschließend mit neuen Dingen beschäftigst. Genauso wenig ist es schlimm, irgendwann in einer abgekühlten Beziehung einen Schlussstrich zu ziehen, wenn alle Rettungsversuche gescheitert sind.
Tragisch wäre hingegen, weiter im Kreis zu laufen und zu hoffen, dass sich irgendwann schon alles von selbst wieder einrenkt. Sei auf der Hut: Das wird im Normalfall nicht passieren. Und schon gar nicht, wenn es bisher auch nicht passiert ist.

Wenn du bei irgendetwas im Leben merkst, dass es nicht mehr weiter geht oder wenn Freunde dich darauf hinweisen, nimm dir die Zeit, in Ruhe und für dich darüber nachzudenken. Ganz objektiv und vielleicht auch anhand einer Pro- und Contra-Liste. Hast du das gemacht, dann triff’ eine Entscheidung und zwar sofort. Aber sitze die Sache nicht weiter aus.

Dabei ist es egal, ob du etwas selbst verursacht hast oder einfach so gekommen ist. Wendepunkte gehören zum Leben dazu und schärfen unser Charakter. Sich selbst Fehler oder einen falschen Weg einzugestehen, zeugt von Größe und Reife. Solche Erfahrungen sind es, die dich weiter bringen. Solche Erfahrungen sind mehr wert, als jedes Zeugnis oder jeder Abschluss.

Also lauf’ nicht planlos durch das Labyrinth deines Lebens. Werde zum Falken und schau’ dir deine Lage zur Abwechslung mal von oben an.

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Zusammenfassung

Niemand möchte sich gerne Fehler oder Irrtümer eingestehen. Aus diesem Grund irren wir oft orientierungslos umher und hoffen, doch noch irgendwie zum Ziel zu finden. Sinnvoller ist es, sich selbst regelmäßig zu fragen und auch Kritik von außen zu zulassen, ob man sich richtig verhalten hat und noch auf Kurs ist.

Sein eigenes Leben objektiv betrachten und sich Fehler eingestehen zu können, sind wichtige Tugenden, die du beherrschen solltest. Betrachte dein Leben von oben und ziehe Konsequenzen, statt weiter im Kreis zu laufen und auf Besserung zu hoffen. Du wirst sehen, dass es dir viel besser gehen wird, wenn du alten Ballast abwirfst und Entscheidungen triffst als weiter an falschen Wegen aus der Vergangenheit festzuhalten.

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