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Studie: Genie und Wahnsinn liegen dicht beisammen

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Studie: Genie und Wahnsinn liegen dicht beisammen

In einer Studie der Universität Reykjavik sind Forscher der Frage nachgegangen, welche Menschen besonders anfällig für psychische Erkrankungen, wie Schizophrenie oder bipolare Störungen sind. Das Ergebnis scheint nun die schon lange bekannte Redewendung zu bestätigen.

Um einen Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und besonders kreativen Menschen nachzuweisen, hat ein internationales Forscher-Team das Erbgut von mehr als 150.000 Menschen unter die Lupe genommen und die Erbanlagen auf erhöhte Erkrankungsrisiken für Schizophrenie und weitere psychische Krankheiten untersucht.

Dabei fanden sie heraus, dass Menschen mit kreativen Berufen, also Künstler, Musiker, Designer oder Autoren überdurchschnittlich viele solche sogenannter Risiko-Gene besitzen, also viel öfter an einer der genannten Krankheiten leiden als Menschen in anderen Berufsbildern.

Um das Ergebnis zu verifizieren, glich das Forscher-Team außerdem die Daten von über 9.000 Schweden und  18.000 Niederländern ab. Auch hier bestätigte sich das erhöhte Erkrankungsrisiko in den kreativen Berufsgruppen.

Bereits 2005 ergab eine Untersuchung der Universität Newcastle, dass Künstler und Kreative oft bestimmte Persönlichkeitsmerkmale mit Menschen teilen, die an Schizophrenie leiden.

Auf dem Petersberg-Komposium diskutierten fünf Jahre später Wissenschaftler ebenfalls die Zusammenhänge. Der Psychiater Wolfgang Meyer erklärt: “Manche Störungen beinhalten die kreative Fähigkeit, assoziativ und unkonventionell zu denken”. Gerade Kreative seien oft anfällig für psychische Entgleisungen wie Depressionen oder bipolare Störungen.

Der griechische Philosoph Aristoteles vermutete indes schon vor 2500 Jahren einen Zusammenhang zwischen Genie und Wahnsinn, welche sich auch durch die Geschichte bekannter Persönlichkeiten zu bestätigen scheinen. So litt Wolfgang Amadeus Mozart an unkontrollierten Zwängen und Ticks,  Robert Schumann‘s schon damals diagnostizierte manische Depression zeigten sich gar in dem für ihn typischen Stimmungswechsel innerhalb seiner Musik und bei Albert Einstein vermutet man heute, dass er unter Autimus litt.

Woher die Zusammenhänge kommen, darüber sind sich die Forscher aber auch heute noch nicht einig. Eine mögliche Erklärung lautet, dass Menschen mit einem hohen IQ bzw. einem überdurchschnittlichen Wissen womöglich höhere Erwartungen an sich und ihre Umwelt stellen und sich so oftmals – scheinbar von allen missverstanden – in ihre eigene Gedankenwelt flüchten.

 

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Empfehlung
– Der Original-Artikel zur Studie der Uni Reykjavik findet sich im englischsprachigen Magazin Nature Neuroscience.

 

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